Autotest

Audi Q4 e-tron im Test

Mit dem Q4 hat nun auch Audi ein Elektromodell auf MEB-Basis. Der kompakte Elektro-SUV fährt sich souverän, bleibt ansonsten aber unauffällig.

Optisch fügt sich der kleinere der beiden Elektro-SUVs von Audi brav ins dynamische Markendesign ein. SN/mrazek
Optisch fügt sich der kleinere der beiden Elektro-SUVs von Audi brav ins dynamische Markendesign ein.

Vor mittlerweile zweieinhalb Jahren begann für den Volkswagen-Konzern die Elektro-Epoche. Genau genommen war es Audi, das mit dem ersten vollelektrischen Modell e-tron moderner Bauart (gemeint ist damit nicht die Generation e-Golf) auf den Markt kam. Mit einem großen Oberklasse-SUV aus Ingolstadt fing also alles an, mit einem etwas kleinen Oberklasse-SUV schließt sich nun der Kreis.

Tatsächlich ist Audi nach der Kernmarke VW, Škoda, Seat und natürlich Porsche die letzte der zum Familienverbund gehörenden Marken, die ein Modell auf Basis der mit dem ID.3 gestarteten MEB-Plattform auf den Markt bringen. Was nichts heißen soll, die Letzten werden bekanntlich ja die Ersten sein. Und tatsächlich gibt sich der Q4 in der mittleren von insgesamt drei Motorisierungen kaum Blöße. Zu perfekt wurde die Audi-DNA auch in die neue Elektro-Technikwelt übertragen. Egal wo man hinschaut oder hingreift, der Q4 wirkt in jeder Situation so wertig, sicher und verlässlich wie eine Schweizer Staatsanleihe.

Umso spannender ist es, dass ausgerechnet die als Technikvorreiter positionierte Marke nun wieder konventionelle Knöpfe und Drehregler verbaut. Chapeau dafür, wenngleich man natürlich nicht weiß, ob dies als Reaktion auf die anhaltende Usability-Debatte rund die VW-Modelle zu werten ist. Als echter MEB-Abkömmling kommt das "40er"-Modell des Q4 als echter Hecktriebler daher. Lediglich beim Topmodell "50" wird der serienmäßige, hintere Synchronmotor durch einen zusätzlichen Asynchronmotor vorn ergänzt, was das Auto wieder zum markentypischen Quattro macht. Ob ein Heckantriebs-Audi nun ein Frevel oder ganz einfach ein Resultat des modernen Elektro-Zeitalters ist, bleibt dahingestellt. Fest steht: Angesichts dessen, dass die Technik weitgehend ident mit jener der Konzernbrüder ist, wirkt der Audi-Aufpreis doch recht gesalzen.

IM TEST



Audi Q4 40 e-tron

SUV mit Elektro-Synchronmotor, Ein-Gang-Automatik, Heckantrieb, 150 kW/204 PS, Akku 76,6 kWh, Reichweite lt. WLTP max. 520 km, Verbrauch 17,5 kWh/100 km (lt. WLTP), im Test 19,3 kWh, Preis ab 49.500 Euro, Testfahrzeug: 73.172,40 Euro.

Was gefällt:
Das Design, die Verarbeitung.

Was weniger gefällt:
Der Preis.

Was überrascht:
Dass man während der Fahrt tatsächlich über den Heckantrieb grübelt.

Perfekt für:
Alle, denen der erste e-tron zu groß ist.

Aufgerufen am 29.11.2021 um 08:45 auf https://motor.sn.at/autotest/audi-q4-e-tron-im-test-112933075

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