Autotest

Auf ins Mikroabenteuer mit dem California Beach

Rein in den Bulli, raus in die Natur. So sieht Luxus in Zeiten von Corona aus. Maximales Urlaubsgefühl bei minimalem Zeitaufwand? Geht - mit dem California Beach.

Der VW California Beach glänzt mit tollen Details. SN/mrazek
Der VW California Beach glänzt mit tollen Details.

Beach, Coast, Ocean - so lautet bei Volkswagen Nutzfahrzeuge die Nomenklatur des Glücks. Bereits beim Vorgängermodell des aktuellen California 6.1 gab es die drei wichtigen Ausstattungsvarianten, die Kennern auf den ersten Blick verraten, ob es sich um ein vollwertig ausgestattetes Campingmobil samt Küche, Einbauschränken, Kühlschrank und Frischwassertank handelt. Oder um einen California, der zwar das obligatorische Hochstelldach und die seitliche Markise, darüber hinaus aber nicht viel mehr bietet als Schlafmöglichkeiten für vier Personen. Merksatz: Je mehr Wasser im Namen, desto höher die Campingtauglichkeit des Bulli. Und desto höher der Preis. Konkret werden für die (zugegeben extrem gut ausgestattete) "Edition"-Variante des California Beach mit 150 PS Diesel, 7-Gang-DSG und Allrad satte 94.842 Euro und 20 Cent fällig. Wer angesichts dieser Summe den Glauben verliert: Der Basispreis des teuersten Modells Ocean Edition beginnt bei 100.415 Euro - exklusive Sonderausstattung.

Wie aus einer anderen Zeit fühlt sich mittlerweile auch der SN-Test des voll ausgestatteten California Ocean an der Ostküste Kanadas im Oktober vergangenen Jahres an. Nicht nur, weil derart spektakuläre Markteinführungen teils wegen Corona, aber auch aus ökologischen Gründen wohl der Vergangenheit angehören. Obwohl - nicht alles an dieser Entwicklung muss unbedingt negativ sein. Schließlich lässt sich die Farbenpracht des berühmten Indian Summer statt in Kanada vortrefflich auch hierzulande genießen.

Wenngleich der "puristischste" aller aktuellen VW-Camper nicht den Luxus einer voll ausgestatteten Kochnische und die Praktikabilität der smarten Verstaumöglichkeiten im Heck bietet, eignet er sich perfekt für ein schnelles Wochenendabenteuer mit oder ohne Familie. Dach aufstellen, Rücksitzbank nach vorn rollen und Lehne umklappen - fertig sind die bequemen Liegewiesen für bis zu vier Personen - wobei man aus nachvollziehbaren Gründen davon ausgeht, dass es sich bei Vollbelegung um zwei Erwachsene plus zwei Kinder handelt. Derartige Reisegespanne sind im Normalfall praxiserprobt im effizienten Verstauen von allerlei Reiseutensilien auf kleinstem Raum.

Maximalen Spaß macht der California aber zu zweit. Dann lässt sich vortrefflich alles hinten reinwerfen und unbeschwert das nächste Ziel ansteuern. Geschlafen wird dann einfach im oberen Bett, inklusive kitschigem Sonnenaufgangspanorama durch das große vordere Blickfenster im Aufstelldach. Bei Schönwetter kann man dann auch einfach die in der Heckklappe verstauten Klappstühle herausholen und die gute, alte Bialetti auf den mitgebrachten Campingkocher stellen. Und der Luxus beginnt.

Im Test: VW California Beach Edition

Bus mit Vierzylinder-Turbodiesel, Allrad, 7-Gang-DSG, 110 kW/150 PS, Verbrauch 8,8 - 9,9 l, CO2: 232-261 g/km, im Test 9,6 l, Preis ab 84.404 Euro, Testfahrzeug: 94.842,20 Euro.

Was gefällt:
Die durchdachten Detaillösungen, wohin man auch blickt. Auf dem Niveau nur bei VW.

Was weniger gefällt:
Bleibt nur eines: der astronomische Preis.

Was überrascht:
Wie viele Campingurlaube immer noch für günstiger als Hotelaufenthalte halten.

Perfekt für:
Alle, die California im Alltag fahren wollen.

Quelle: SN

Aufgerufen am 27.11.2020 um 09:31 auf https://motor.sn.at/autotest/auf-ins-mikroabenteuer-mit-dem-california-beach-95207065

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