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BMW iX1: Das höchste der Gefühle

An der Spitze der erfolgreichen X1-Baureihe thront ab sofort ein Vollstromer. Die 313 PS starke Elektroversion überzeugt mit Fahrspaß und Effizienz.

Der Gipfel der X1-Baureihe auf der höchsten Straße Österreichs.mrazek SN/mrazek
Der Gipfel der X1-Baureihe auf der höchsten Straße Österreichs.mrazek

Beim traditionellen November-Termin von BMW in Sölden, gab es die Gelegenheit, die wichtigsten Neuvorstellungen der Saison unter winterlichen Bedingungen zu testen. Und auf der Ötztaler Gletscherstraße, mit 2830 Metern Seehöhe immerhin die höchste asphaltierte Straße der Alpen, ist eine gewisse Portion Fahrspaß garantiert.

BMW X1 jetzt auch elektrisch

In diesem Jahr gehört der Rettenbachgletscher ausschließlich dem neuen X1. Der ist seit der jüngsten Modellpflege motorisch breiter aufgestellt denn je: Zu Diesel und Benziner gesellen sich gleich zwei Plug-in-Hybride sowie erstmals der vollelektrische iX1. Letzterem gehörte bei knackigen minus sieben Grad Celsius unsere volle Aufmerksamkeit. Nicht nur, weil der 48-Volt-Benziner bereits zuvor im SN-Fuhrpark hereingeschneit war. Sondern auch, weil BMW den ersten Stromer selbstbewusst als absolutes Topmodell positioniert, mit einer Leistung von 313 PS und einer WLTP-Reichweite von über 400 Kilometern.

Alltagstauglicher Fahrspaß mit dem iX1

Verbrauch und Reichweite standen im Rahmen des zweitägigen Events naturgemäß nicht an vorderster Stelle, schließlich drehen die allerwenigsten im Alltag im Hochgebirge Kreise auf Eis und Schnee. Fest steht allerdings, dass der iX1 vollkommen zu Recht an der Spitze der Baureihe thront, und zwar gleich aus mehreren Gründen. Zum einen bietet der Vollstromer im direkten Vergleich zu den anderen Motorisierungen das gleiche Maß an Alltagstauglichkeit. Der Kofferraum ist mit bis zu 1495 Litern beinahe gleich groß, lediglich die Bodenfreiheit ist beim BEV um zwei Zentimeter geringer als bei den Hybrid- und Verbrennerbrüdern.

Darüber hinaus ist der iX1 mit seinen beiden stromerregten Synchronmotoren an Vorder- und Hinterachse die mit Abstand fahraktivste Motorisierung. Gerade einmal 5,7 Sekunden braucht das über zwei Tonnen schwere Strom-SUV von 0 auf 100 km/h, der Topspeed ist allerdings auf 180 begrenzt. Freunde des gepflegten Drifts wird es freuen, dass die BMW-Ingenieure den iX1 auch besonders agil abgestimmt haben: Dank seiner festen Übersetzung und des extrem hecklastig ausgelegten xDrive-Allrads ist der Elektro-X1 bei ausgeschalteten Fahrhilfen eine Riesenhetz.

Viele Vorteile beim Elektro-X1

Aber auch nach völlig objektiven Kriterien bietet die Elektrifizierung eine Menge Vorteile. Die adaptive Rekuperation holt in jeder Fahrsituation verlässlich das Maximum an Restreichweite heraus, während das neue integrierte Bremssystem den Übergang zwischen mechanischer Bremse und smarter Energierückgewinnung nicht einmal mehr erahnen lässt.

Neu in dieser Fahrzeugkategorie ist auch der von den größeren BMW-Modellen bekannte optionale Rückfahrassistent. Auf Knopfdruck fährt der X1 damit zentimetergenau die letzten 50 Meter wieder zurück, was vor allem bei engen oder winkeligen Einfahrten praktisch sein kann. So präzise, effizient und hochwertig der iX1 über weite Strecken auch ist, so sehr schmerzt dennoch die Abkehr vom bekannten Bedienkonzept mittels Dreh-Drück-Schalter. Das ist der Preis, den man für das neue Operating System 8 bezahlen muss.

Zu haben ist der BMW iX1 zu einem Preis ab 58.500 Euro.

NEUVORSTELLUNG




BMW iX1 xDrive30
Kompakt-SUV, zwei E-Motoren, 203 kW/313 PS, Allrad. Akku 64,7 kWh (netto), Verbrauch 16,6 - 18,1 kWh/100 km, Laden max. 22 kW (AC) bzw. 130 kW (DC), Preis: ab 58.500 Euro.

Was gefällt:
Power und Effizienz des E-Antriebs.

Was weniger gefällt:
Die "Opfer" des OS8-Systems.

Was überrascht:
Wie viel Spaß der iX1 auf Schnee und Eis macht.

Perfekt für:
Alle X1-Fans mit großem Budget.

Aufgerufen am 09.02.2023 um 10:18 auf https://motor.sn.at/autotest/bmw-ix1-das-hoechste-der-gefuehle-132792622

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