Autotest

BMW X2 xDrive25e: Premium-Nachlader

Der kompakte BMW X2 xDrive25e im Test.

Der X2 bietet als Hybrid reichlich Fahrspaß – am meisten mit vollem Akku. SN/mrazek
Der X2 bietet als Hybrid reichlich Fahrspaß – am meisten mit vollem Akku.

Gut motorisierte Premium-SUVs mit Plug-in-Hybrid-Antrieb und Coupé-Anmutung gibt es mittlerweile einige auf dem Markt. Mit dem X2 xDrive25e schicken die Bayern ihren kleinsten, jedoch keineswegs langweiligsten Vertreter ins Rennen. Der 4,36 Meter lange und 1,73 Tonnen schwere X2 beherbergt einen 125 PS starken Benziner, der standardmäßig die Vorderräder antreibt. Die Hinterräder sind die Zuständigkeit des 95 PS starken Elektromotors, der sich sinnigerweise auch an die Hinterachse schmiegt. Diese Trennung vom Getriebe vorn macht hat allem aus Sicht der Gewichtsverteilung Sinn. Arbeiten beide Motoren im Hybridmodus zusammen, rechtfertigen die vier angetriebenen Räder das x in xDrive.

Der zehn Kilowattstunden große Akku sitzt unter der Rücksitzbank, was das relativ hohe Gewicht immerhin recht ausgewogen auf alle vier Räder verteilt. Der Testwagen ist zudem mit dem 5460 Euro teuren
M-Sport-X-Paket ausgestattet.

Beide Motoren laufen im Gleichklang

Während man bei anderen Herstellern noch nach der perfekten Abstimmung des Hybridantriebs sucht, laufen die beiden Motoren des X2 absolut im Gleichklang. Die Kraftentfaltung ist absolut linear, ungewollte Drehzahlsprünge oder Aussetzer in der Bereitstellung des Drehmoments kommen nicht vor. Im reinen Elektromodus beschleunigt der X2 bis maximal 135 km/h. Hat man es nicht allzu eilig und achtet brav aufs Rekuperieren, dann sind in der Praxis tatsächlich etwa 50 Kilometer Reichweite ohne lokale Abgase möglich - kein schlechter Wert, wenngleich der Test durch die ausgesprochen frühlingshaften Temperaturen leicht positiv beeinflusst wurde. Das Laden des 10-kWh-Akkus ist bei 3,7 Kilowatt einer normalen Wallbox nach gerade einmal drei Stunden erledigt. Wenn man das kompakte SUV-Coupé vorrangig fürs Pendeln ins Büro und für den Wochenendausflug mit der Familie ins Grüne nutzen möchte, ist das absolut perfekt. Vor größeren Problemen steht man allerdings, wenn längere Autobahnetappen auf dem Plan stehen. Denn möchte man auch dort in den Genuss der kombinierten Benziner-Elektro-Power kommen, ist der Akku des X2 nach kürzester Zeit leer. Mangels Schnellladefunktion bleibt er auch leer, denn wer möchte schon drei Stunden lang an einer Ladesäule verbringen? Die Krux an der Sache: Fehlt der gewohnte Elektro-Push der Hinterräder, hat der 1,5-Liter-Dreizylinder plötzlich spürbar mehr Mühe mit den 1,73 Tonnen des Hybrid-X2. Lobend sei an dieser Stelle angemerkt, dass sich der Durchschnittsverbrauch im Test trotz eines überwiegenden Autobahnanteils mit 5,2 Litern absolut in Grenzen hält.

Lösung: Benzintank vergrößern

Außerdem muss erwähnt werden, dass BMW mit dem Problem der mangelnden Langstreckenfähigkeit von Plug-in-Hybriden nicht allein dasteht. Eine mögliche Lösung (neben eines Schnellladers) wäre, den Benzintank ein wenig zu vergrößern.

Im Test: BMW X2 xDrive25e

Kompakt-SUV mit 1,5-Liter-Benziner (92 kW/125 PS) und Elektromotor (70 kW/95 PS), Systemleistung gesamt 220 PS, 8-Gang-Automatik, Allradantrieb, Verbrauch 1,7 l. bzw. 15 kWh gemäß WLTP, CO2: ab 38 g/km, im Test 5,2 Liter, Preis ab 45.550 Euro, Testfahrzeug: 63.820 Euro.

Was gefällt:

Neben der Farbe "Galvanic Gold Metallic" der gelungene Mix aus Komfort und Sportlichkeit.

Was weniger gefällt:

Die geringe Langstreckentauglichkeit. Ist der Akku einmal leer, ist man aufgrund des kleinen Tanks gefühlt nur noch am Tanken.

Was überrascht:

Dass von der werksseitig angegebenen Elektroreichweite von 57 Kilometern tatsächlich rund 50 Kilometer in der Praxis überbleiben.

Perfekt für:

Extrovertierte Pendler mit Sportambitionen.

Aufgerufen am 15.06.2021 um 05:38 auf https://motor.sn.at/autotest/bmw-x2-xdrive25e-premium-nachlader-104070037

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