Autotest

BMW X5: Der Urvater aller SUVs legt noch einmal eines drauf

Diesmal beim Hybrid in puncto Elektrik im und rund ums Fahrzeug - mit erstaunlichen Resultaten.

Die Front wirkt nicht nur von außen mächtig, auch aus Fahrerperspektive.  SN/msm
Die Front wirkt nicht nur von außen mächtig, auch aus Fahrerperspektive.

Groß ist er geworden. Das ist unwillkürlich der erste Eindruck, wenn man sich dem neuen X5 nähert. Und ein Eindruck, der sich im Alltag noch oft bestätigen wird. Vor allem der Kühlergrill ist mächtig ausgefallen - und das merkt man erst recht, wenn man im Fahrzeug sitzt. Die hochgezogenen Kanten in dem Bereich, wo man das Ende der Motorhaube vermutet, machen die Übersicht nicht gerade einfacher und da fällt einem auf: Die Autos wachsen, die Abfahrten in Tiefgaragen und die Stellplätze bleiben gleich groß.

Unser Testwagen war die neueste Variante des 4,5-Liter-Hybrids und der darf sich mit Recht als die technische Speerspitze definieren. Neben dem bestens bekannten Drei-Liter-Sechszylinder-Benziner werkt nun ein deutlich verstärktes Elektrosystem - sowohl was die Reichweite (um ein Drittel mehr auf bis zu 87 km Reichweite) als auch die Geschwindigkeit (Topspeed 135 km/h rein elektrisch) betrifft. Mehr als 80 Kilometer angezeigte Reichweite bekamen wir nach dem Laden nie hin, aber egal: Der Wert ist wenigstens sehr zuverlässig und im städtischen Bereich völlig ausreichend. Womit wir schon mittendrin in der Hybrid-Diskussion sind, die quasi eine ständige Neuinterpretation der Frage ist, ob das Glas halb leer oder halb voll ist. Denn meistens schleppt man einen nicht gerade leichten Antrieb mit, den man nicht braucht. Dem Problem kommt man beim neuen X5 halbwegs bei, denn wer sein Ziel via Navigation eingibt, der wird durch ein vorausschauendes Hybrid-System unterstützt - das Auto weiß de facto, ob es gleich bergauf oder bergab geht und stimmt den Antrieb darauf ab. Das alles führt zu einer kombinierten Systemleistung von 386 PS bei 600 Newtonmetern Drehmoment - mächtig, mächtig, auch für ein derart voluminöses Vehikel. Dabei schluckt der X5 Hybrid - tja, und ab da wird es jetzt etwas schwierig. Denn wir haben uns als Testaufgabe in der ersten Woche gemacht, möglichst rein elektrisch zu fahren. Dazu wurde der Wagen daheim und an der Arbeitsstelle sowie bei jeder Einkaufsgelegenheit getankt. Und siehe da: Von 386 Kilometern in der Stadt waren wir 359 Kilometer rein elektrisch unterwegs. Auf der Autobahn Richtung Südsteiermark war der elektrische Glanz rasch vorbei; dann wird der Motor rau (im positiven Sinne), aber auch durstig. Am Ende kam so bei zwei Dritteln Autobahnfahrten und einem Drittel Stadtverkehr ein Testschnitt von 7,0 Litern heraus. Gut? Schlecht? Na ja, weit entfernt von der rechnerischen Normmarke von 1,9 Litern, aber für X5-Verhältnisse auch bestens. Ob das den finanziellen Mehraufwand des Hybrids lohnt, muss letztlich jeder Konsument für sich definieren - ebenso, wie viel von der üppig verbauten Bordelektronik man wirklich benötigt.

Im Test: BMW X5 xDrive45e

Hybrid-SUV mit Sechszylinder-Benziner und E-Motor, 8-Gang-Steptronic, 290 kW/394 PS, Verbrauch 1,9 l, CO2: 39 g/km, im Test 7,0 l,

ab 77.550 Euro, Testfahrzeug: 121.662 Euro.

Was gefällt
Zusammenspiel von Benzin- und E-Motor.

Was weniger gefällt
Die hohe Ladekante macht den Einkauf zum kleinen Kraftakt.

Was überrascht
Dass trotz Batterien, E-Motor und Ladebereich für die Kabel Platz im Kofferraum bleibt.

Perfekt für
alle Familien und Freizeitsportler.

Aufgerufen am 05.08.2020 um 09:56 auf https://motor.sn.at/autotest/bmw-x5-der-urvater-aller-suvs-legt-noch-einmal-eines-drauf-90167893

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