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Citroen C4 Cactus 110 EAT6: Der neue Cactus verwöhnt

Mit der Neuauflage spielt der Kompakte von Citroën in einer höheren Liga.

Mit dezenteren Airbumbs an den Türen: Citroen C4 Cactus. SN/ofb
Mit dezenteren Airbumbs an den Türen: Citroen C4 Cactus.

Wir sind skeptisch geworden. Hinter so manch toll klingendem Begriff für ein Bauteil steckt mehr Gehirnschmalz bei der Wortwahl als bei den Überlegungen der Konstrukteure. Citroën geht bei der Zweitauflage des Kompaktmodells C4 Cactus den umgekehrten Weg. Advanced-Comfort-Federung klingt nicht hochtrabend, aber das Fahrwerk stemmt den Wagen in eine höhere Liga.

Nach vier Jahren erhält der Cactus ein Update

Vor vier Jahren brachten die Franzosen den Cactus als bewusst einfach gehaltenes Fahrzeug auf den Markt. Pate stand die Philosophie des 2CV, nur so viel Ballast wie nötig mitzuschleppen. Natürlich war der Cactus kein spartanisches Auto wie die Ente. Er hatte alles Wichtige an Bord. Die Idee wurde nur in die Neuzeit übertragen. Die zweite Generation des Cactus sieht frisch aus. Die charakteristischen Kunststoffteile an den Türen (Airbumps) sind geschrumpft, damit ist blöden Bemerkungen ("das Auto hast du gekauft, weil du immer antutscht beim Türaufmachen") die Grundlage genommen. Im Innenraum fallen sofort die Sitze in den Dimensionen einer Wohnzimmer-Bestuhlung auf. Es wirkt sofort heimelig und schon nach wenigen Metern ist klar: Das Ganze ist kein Bluff für das Auge.

Mit dem Cactus schwebt man auf einem Luftkissen

Auch die Sitze führen den Zusatz Advanced Comfort, was man frei mit "weiterentwickeltem Genuss" übersetzen könnte. Zusammen mit dem Fahrwerk bilden die Sitze eine Einheit und die verblüfft schon nach kurzer Fahrt. Kanaldeckel und andere Unebenheiten nehmen die Sensoren eines menschlichen Körpers nicht wahr. Der Cactus scheint auf einem Luftkissen zu schweben. Hauptverantwortlich dafür sind hydraulische Elemente im Fahrwerk, die sowohl dämpfen als auch Aufschaukeln verhindern. Will man einen Nachteil finden: In schnellen Kurven wird das Gefühl des engen Bodenkontakts vermisst. Aber wer räubert heute noch durch die Landschaft?

Der Motor

Das nächste Aha-Erlebnis: Der Benzinmotor mit drei Zylindern und 110 PS begnügte sich mit sechs bis sieben Litern Sprit im Schnitt. Schmalz zum Räubern hätte er auch genug.

Im Test: Citroen C4 Cactus 110 EAT6

Motor/Fahrwerk
Dreizylinder-Benzinmotor mit Start-Stopp, 1199 ccm,
81 kW/11020 PS bei 5500 U/min, 205 Nm bei 1500 U/min.
Sechsgang-Automatikschaltung, Frontantrieb. ABS, EBD,
bis zu zwölf Assistenzsysteme erhältlich.
Maße/Gewichte
L/B/H 4170/1714/1480 mm, Radstand 2595 mm, 1156 kg,
zul. 1640 kg, Laderaum 358-1170 l, Tank 50 l.
Fahren/Verbrauch
Spitze 188 km/h, Beschleunigung auf 100 km/h 11,8 Sek.
Verbrauch Schnitt Werkangabe 5,1 l (117 g CO2),
im Test: 6 bis 7 l.
Preis
ab 18.840 Euro, Basis Cactus 15.990 Euro.

Aufgerufen am 16.07.2018 um 06:28 auf https://motor.sn.at/autotest/citroen-c4-cactus-110-eat6-der-neue-cactus-verwoehnt-31555141

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