Autotest

Der Fiat 5004 ist ein kleiner Lademeister

Der elektrische Fiat 500e zeigt im Test, warum er ein echter Bestseller ist.

Dank Schnelllade-Fähigkeit ist der 500e fast langstreckentauglich.  SN/mrazek
Dank Schnelllade-Fähigkeit ist der 500e fast langstreckentauglich.

In Zeiten, in denen kompakte Autos ganz allgemein und kleine Stromer im Speziellen bereits die Ausnahme darstellen, sind Autos wie der nur 3,6 Meter lange Fiat 500e umso wertvoller. Schließlich kann die E-Mobilität nur dann ihren Teil zum Klimaschutz beitragen, wenn sie nicht ausschließlich in Form von 2,7 Tonnen schweren Fünf-Meter-SUV daherkommt.

Fiat 500-Modelle sind Zulassungssieger in Österreich

Der Kfz-Markt in Österreich spiegelt diese Meinung insofern wider, als alle Varianten des Fiat 500 zusammengezählt im Vorjahr den ersten Platz in der Zulassungsstatistik errungen haben. Für sich genommen schaffte der 500e hierzulande Platz sechs unter den Vollelektrischen, was angesichts der bereits etwas in die Jahre gekommenen Basis umso bemerkenswerter erscheint. Motorisch ist der 500e allerdings voll auf Höhe der Zeit. Der 118 PS starke Elektromotor hat mit dem nur 1,3 Tonnen schweren Italiener leichtes Spiel. Vor allem in der Stadt ist der 500e wie erhofft besonders flink unterwegs, aber auch auf Landstraßen oder der Autobahn ist der Fahrkomfort erstaunlich gut. Während die Lenkung einen Hauch direkter und der Gangwechsel per Tastendruck am Armaturenbrett etwas intuitiver sein könnte, sind es vor allem die elektronischen Helferlein, die selbst wohlwollenden Fahrern den letzten Nerv rauben können. Gemeint ist damit vor allem der hypernervöse Sensor, der vor vermeintlich drohenden Kollisionen warnt: Selbst vorsichtiges Ausrollen im Schritttempo vor einer Ampel quittiert das System mit hysterischer Piepserei. Zwar lässt sich die Funktion manuell deaktivieren, beim nächsten Motorstart ist es aber automatisch wieder aktiv.

Hoher Durchschnittsverbrauch aber Schnelllade-Möglichkeit

Der von uns gemessene Durchschnittsverbrauch von knapp 20 kWh ist für so ein kleines Auto nicht gerade niedrig. Die Fähigkeit, mit bis zu 85 kW Gleichstrom nachzuladen, macht den Fiat trotz seiner eher überschaubaren Autobahn-Reichweite von nicht einmal 200 Kilometern fast schon wieder langstreckentauglich. So stellt beispielsweise die Strecke Salzburg-München und retour mit je einem kurzen Zwischenstopp an der Ionity-Ladesäule kein Problem dar. Ein absolutes Plus ist die dritte Tür des 3+1: Damit wird der kleine Italiener sogar kindersitzkompatibel.

IM TEST



Fiat 500e 3+1 La Prima

Fremderregter Synchronmotor, 87 kW/118 PS, einstufige Automatik, Frontantrieb. Akku 42 kWh, Normverbrauch 13,9-14,9 kWh/100 km (lt. WLTP), im Test: 19,7 kWh, WLTP-Reichweite: 322 km, Preis: 37.590 Euro.

Was gefällt:
Das hohe Ladetempo (11 kW Wechselstrom, maximal 85 kW Gleichstrom).

Was weniger gefällt:
Der nervöse Kollisionswarner, der an roten Ampeln Lebensgefahr wittert.

Was überrascht:
Wie viel Praxisnutzen die dritte Tür auf der Beifahrerseite im Alltag bringt.

Perfekt für:
Alle, die ein kleines, unkompliziertes E-Auto für kurze Wegstrecken brauchen.

Aufgerufen am 27.06.2022 um 04:15 auf https://motor.sn.at/autotest/der-fiat-5004-ist-ein-kleiner-lademeister-122212909

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