Autotest

Der junge wilde Cupra Formentor

Mit dem Formentor schickt die Seat-Tochter Cupra ihr erstes eigenständiges Modell ins Rennen. Im SN-Test offenbart das SUV aus Barcelona weitaus mehr Talente als "nur" viele PS.

Die mattblaue Lackierung und kupferfarbene Alufelgen stehen dem Formentor.  SN/mrazek
Die mattblaue Lackierung und kupferfarbene Alufelgen stehen dem Formentor.

Beim namensgebenden Cap Formentor handelt es sich um das gleichermaßen schöne wie windige östliche Ende der Baleareninsel Mallorca. Windig geht es im Formentor auf Wunsch aber auch hierzulande zu. Dann nämlich, wenn man dem Zweiliter-Benziner die Sporen gibt. In nur 4,9 Sekunden beschleunigt das sportliche SUV aus dem Stand auf Tempo 100. Noch beeindruckender ist aber der dabei entstehende Sound, der sich mittels "Cupra"-Taste am Lenkrad zum reinsten Auspuffinferno steigern lässt. Der Reiz des Formentors beschränkt sich bei Weitem nicht nur auf sein Beschleunigungsvermögen. Während man in Barcelona nun schon seit Jahren Bestseller am laufenden Band produziert, hat sich die junge Sub-Marke Cupra darauf spezialisiert, besonders lässige, individuelle Modelle für eine ausgesprochen junge Zielgruppe auf den Markt zu bringen. Spätestens an dieser Stelle ist der Hinweis angebracht, dass Cupra auch für alternative Antriebe steht. Denn neben vier TSI-Benzinern von 150 bis 310 PS und einem Diesel mit 150 Pferden wird es ab 2021 auch zwei Plug-in-Hybride mit 204 bzw. 245 PS geben. Stilistisch spielt der Formentor in einer eigenen Liga. Die bullige Front, die breiten Schultern und die auffällige Lackierung machen den Spanier zu einer Ausnahmeerscheinung. Auch im Innenraum setzt sich der lässige Eindruck fort. Der Startknopf sitzt wie der Cupra-Button auf dem Lenkrad, die meisten Funktionen sind auf dem großen 12-Zoll-Touchscreen im Zentrum verfügbar. Der Wahlhebel des Siebengang-DSGs ist winzig, umso größer wirkt der leer geräumte Innenraum und rückt damit die feinen Schalensitze mit petrolblauem Leder und kupferfarbenen Nähten in den Fokus. Stichwort Raum: Mit 420 Litern Stauraum bei der von uns getesteten Allradvariante und maximal 1475 Litern bei umgelegten Sitzen ist der Formentor bei einer Länge von 4,45 Metern bei Bedarf auch ein vollwertiger Familiensportler. Ein Highlight ist auf jeden Fall auch die adaptive Dämpferregelung DCC, die sich über die drei Modi "Comfort", "Sport" und "Cupra" hinaus noch individualisieren lässt. Die Spreizung reicht so von sehr komfortabel und entspannt bis supersportlich. Beim Verbrauch hört es sich mit der Flexibilität dann aber auf. Weniger als zehn Liter sind ob der 310 PS im Alltag nur schwer zu erreichen. Da heißt es weiter warten auf die beiden Plug-in-Hybridversionen.

Im Test: Cupra Formentor VZ 2.0 TSI

Crossover-SUV mit Vierzylinder-Benziner, Allrad, 7-Gang-DSG, 228 kW/310 PS, Verbrauch 9,6 l, CO2: 175 g/km, im Test 10,7 l, Preis ab 50.990 Euro, Testfahrzeug: 61.579,05 Euro.

Was gefällt:
Das coole, eigenständige Design.

Was weniger gefällt:
Dass die Marke immer noch auf "besonders sportlicher Seat" reduziert wird.

Was überrascht:
Dass sich bekannte Großserientechnik aus dem VW-Regal doch so neu anfühlen kann.

Perfekt für:
Fans sportlicher SUV, die abseits des Design-Mainstreams fahren wollen.

Aufgerufen am 24.10.2021 um 05:59 auf https://motor.sn.at/autotest/der-junge-wilde-cupra-formentor-97298641

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