Autotest

Der Kia Ceed mit dem gewissen Etwas

Chic gestylt und mit hochkarätiger Technik: Kia durchstreift mit der Luxusvariante seines Kompakten ein neues Revier.

Kia schafft mit dem Ceed ein Mittelding aus Kombi und Coupé. SN/o. behr
Kia schafft mit dem Ceed ein Mittelding aus Kombi und Coupé.

Der Ceed aus dem Hause Kia bringt viel Bewegung in die hart umkämpfte automobile Kompaktklasse. Die Erfolge schon zu Zeiten, als das Auto noch Cee'd hieß, machen die Koreaner mit starkem Hang zu Europa immer mutiger. Sportliche Varianten kamen und kommen sehr gut an. Jetzt wird die nächste Stufe der Entwicklung erklommen: Der ProCeed GT durchstreift ein Revier, in dem sich vornehmlich Autos mit dem Vermerk Premium tummeln.

Mit einem Shooting Brake wagen sich nicht viele Hersteller auf den Markt. So ein Mittelding aus Kombi und Coupé mit üppiger Ausstattung muss mit viel Fingerspitzengefühl gefertigt sein, um nicht aufgesetzt bis peinlich zu wirken. Kia schafft es mit Bravour.

"Wirkt von hinten ein bisschen wie der, na wie der Panamera. Schaut gut aus." Das begleitet den ProCeed GT seit seiner Präsentation zu Beginn dieses Jahres. Sogar die Anleihe beim mehr als doppelt so teuren Porsche (in der Grundausstattung) wird den Kia-Desigern nicht übel genommen. Weil die Proportionen stimmen. Beim Einsteigen weckt das Abweichen vom Gewohnten schon einen speziellen Gusto aufs Fahren. Bei einem SUV ginge es nach oben, hier nähern wir uns mit dem verlängerten Rücken dem Asphalt. Nicht viel, aber doch. Es weht ein Hauch von Sportwagen-Feeling. Lässig bei einem Auto, das mühelos Gepäck für zwei Wochen verkraftet.

Schwarzes Leder mit roten Ziernähten, ein feines griffiges Lenkrad, alles Wichtige im Blickfeld klar angeordnet und ein Druckknopf mit der Aufschrift Sport links vom Getriebewahlhebel steigern die Erwartung. Mit den 204 PS des kernigen Turbobenziners in Verbindung mit dem Doppelkupplungsgetriebe (7-Gang) lässt sich einiges anfangen. Beim Fahrwerk wird der Kompromiss zwischen sportlich straff und komfortabel punktgenau erreicht.

Aber Rasen ist nicht nur wegen des immer dichter geknüpften Netzes an Blitzgeräten out. Schnell fahren kostet Sprit. Auch im gelobten Vollgas-Land Deutschland nehmen die Abschnitte mit Beschränkungen zu. Kein Thema für den luxuriös ausgestatteten ProCeed GT. Auch dank der tollen Soundanlage macht Cruisen enormen Spaß.

Auf der Autobahn senkt der adaptive Tempomat weiter den Stresspegel. Man kann sich darauf verlassen: Wird es vorne langsamer, reagiert das Auto wie ein Profirennfahrer mit seinem Bremsfuß.

Im Test: Kia ProCeed GT

Test Kia ProCeed GT
Antrieb Vierzylinder-Turbobenziner, 1591 ccm, 150 kW/204 PS bei 6000 U/min, 265 Nm/1500 U/min, 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, Frontantrieb, Spurhalteassistent, autonomes Notbremssystem.
Maße/Gewichte L/B/H 4605/1800/1422 mm, Radstand 2650 mm, Wendekreis 10,8 m, 1363 kg, zulässig 1870 kg, Laderaum 594-1545 l, Tankinhalt 50 l.
Fahrleistungen Spitze 225 km/h, von 0 auf 100 km/h in 7,5 Sek., Verbrauch (WLTP, nach NEFZ ausgewiesen): Stadt/Land/ Gesamt 7,7/5,3/6,2 auf 100 km, Test rund 8 l, CO2: 142 g/km.
Preis 43.090 Euro.

Aufgerufen am 12.12.2019 um 05:55 auf https://motor.sn.at/autotest/der-kia-ceed-mit-dem-gewissen-etwas-79551061

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