Autotest

Der Kleine Luxus - Kia Picanto und Škoda Fabia Combi im Test

Auf die Außenmaße kommt es nicht an. Kia Picanto und Škoda Fabia Combi lassen sich vielfältig verfeinern.

Othmar Behr

Yes, they can! Die Hersteller von Kleinwagen haben dazugelernt. Bequeme Sitzpositionen und üppige Ausstattungen sind nicht mehr automatisch mit ausufernden Abmessungen verknüpft. Die Basismodelle der Kleinen blieben Preisbrecher mit mehr oder weniger karger Ausstattung, aber für Leute, die mehr ausgeben wollen, wird das Angebot immer vielfältiger. Gute Beispiele sind zwei Autos mit vergleichbarer Motorisierung, aber unterschiedlicher Auslegung des Themas Mobilität mit kompakten Maßen: Kia Picanto und Škoda Fabia Combi.

Sowohl der Koreaner aus dem Entwicklungszentrum im deutschen Rüsselsheim als auch der Tscheche mit enger familiärer Bindung zum VW-Konzern sind Weiterentwicklungen bewährter Baureihen. Der Picanto klopft an die Kategorie Sport Utility Vehicle (SUV) an, taugt aber nicht zum Feindbild für die Kritiker dieser automobilen Bauart. Zu bescheiden sind Auftritt und Unterhaltskosten bei diesem Fahrzeug. Škoda setzt auf die traditionelle Form des Kombinationskraftwagens, wenn es um die Erweiterung des nutzbaren Raumes geht und nennt das Produkt Combi. Während der Picanto deutlich unter vier Meter Gesamtlänge bleibt, kommt der universelle Fabia auf 4262 mm. Von vorn wirkt der Kia jugendlich bis verspielt, der Škoda wurde gegenüber dem Vorgänger kantiger, bleibt aber immer noch auf der ruhigeren Seite. Als X-Line präsentiert sich der Picanto mit einer um 1,5 cm erhöhten Bodenfreiheit und mit einem schlichten Unterfahrschutz. Schaut gut aus, macht aus dem Auto aber keinen Gatschhupfer.

Wer das Budget für ein größeres Auto zur Verfügung hätte, sich aber für den Picanto in der besten Stufe X-Line oder für den Fabia Style (darüber gibt es ein Monte-Carlo-Paket) entscheidet, bekommt ein Aha-Erlebnis. So geht Kleinwagenbau also auch. Feine Materialien mit Leder- oder zumindest Kunstleder-Anteilen bringen Behaglichkeit in das Innere. Es scheppert nichts beim Schließen der Türen. Unterschiedlich sind die Displays für Audio und Navi angeordnet. Beim Kia wirkt die Einheit wie nachträglich eingebaut, ist aber besser sichtbar als die in den Armaturen integrierte Variante beim Fabia.

Beide Autos werden von Dreizylinder-Turbobenzinern mit knapp unter tausend Kubikzentimeter Hubraum angetrieben und entsprechen der schärfsten Abgasnorm Euro 6d-TEMP. Im Kia geht es eine Spur lauter zur Sache, das Auto wirkt damit subjektiv spritziger, die Beschleunigungswerte sind allerdings identisch. Der schwerere Škoda hat um zehn PS mehr zur Verfügung. Auch beim Durchschnittsverbrauch um die sieben Liter halten sich die Autos die Waage.

Für viele Kunden spielen anno 2018 elektronische Hilfen und Vernetzung eine weitaus bedeutendere Rolle als Fahrleistungen. Auch darin sind die Kleinen mittlerweile ziemlich groß geworden. Der Picanto wartet etwa mit einer kabellosen Smartphone-Ladestation auf. Schmankerl im Fabia: Fernzugriff via Handy und App.

Im Test: Kia Picanto 1.0 T-GDI X-Line

Motor/Fahrwerk: Dreizylinder-Turbobenziner, 998 ccm, 74 kW/100 PS bei 4500 U/min, 172 Nm bei 1500-4000 U/min,
5-Gang-Schaltung.
Maße/Gewichte: L/B/H 3670/1625/1500 mm, Radstand 2400 mm, Laderaum 255 -1010 l, Leergewicht 1026 kg, zul. 1405 kg. Tank: 35 l.
Fahren/Verbrauch: Spitze 180 km/h, 0 auf 100 km/h in 10,1 Sek., Verbrauch kombiniert: 4,6 Liter (106 g CO2), im Test rd. 7 l.
Preis: 16.940 Euro, Test 18.040 Euro.

Im Test: Škoda Fabia Combi Style TSI

Motor/Fahrwerk: Dreizylinder-Turbobenziner, 999 ccm, 81 kW/110 PS bei 5000 U/min, 200 Nm bei 2000-3500 U/min, DSG-7-Gang-Getriebe.
Maße/Gewichte: L/B/H 4262/1732/1488 mm, Radstand 2470 mm, Laderaum 530-1395 l, Leergewicht 1152 kg, zul. 1607 kg. Tank: 45 l.
Fahren/Verbrauch: Spitze 194 km/h, 0 auf 100 km/h in 10,1 Sek.,Verbrauch kombiniert: 4,1 Liter (107 g CO2), im Test rd. 7 l.
Preis: 18.940 Euro, Test 23.350 Eu

Quelle: SN

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