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Der neue Jaguar E-Pace überzeugt als Kompakt-Performance-SUV

Bei Jaguar wird offenbar zu viel James Bond geschaut. Daher wurde zur Premiere des E-Pace eine Fassrolle versucht - erfolgreich. Was der neue Jagurar E-Pace noch alles zu bieten hat erfahren Sie hier.

Die Front des E-Pace ähnelt dem größeren F-Pace, doch insgesamt wirkt er wuchtiger.  SN/jaguar
Die Front des E-Pace ähnelt dem größeren F-Pace, doch insgesamt wirkt er wuchtiger.

Erinnern Sie sich noch an den "Mann mit dem Goldenen Colt", den James Bond 1974 durch Bangkok verfolgte und dabei den sensationellen Stunt in einem AMC Hornet mit dem Sprung über eine zerstörte Brücke mit 360-Grad-Rolle vorexerzierte? Dann wird Ihnen der Werbeauftritt der Jaguar-Mannschaft zur Premiere des kleineren SUV E-Pace auch gefallen. Denn die Briten wollten ihren neuen Kompakten ins Guinness-Rekordbuch bringen.

Der Versuch gelang auf Anhieb. Im Exhibition Centre in den Royal Docks von London wurde die Räumlichkeit dafür gefunden, die auch die nötige Fläche für An- und Auslauf hatte. Als Fahrer wagte Stuntman Terry Grant die 270-Grad-Rolle - der hatte sich schon mit dem größeren F-Pace 2015 mit dem höchsten Looping in einem Serienauto eine Eintragung bei Guinness gesichert. Insgesamt hält Grant bereits 21 Weltrekorde, meist der verrückten Art.

Der Stunt erforderte exakte Planung und Testung

Monatelange Tests (insgesamt 33) und Computeranalysen (756 Stunden) gingen dem Versuch voraus. Entscheidend waren die Details: vor allem die korrekte Geschwindigkeit beim Abheben (67,5 km/h) nach 160 Metern Beschleunigung. Auch die Form und Neigung der Rampe waren genau berechnet und dementsprechend verbaut. Grant war beim 15-Meter-Flug 1,5 Sekunden lang einer Belastung von 5,5 g ausgesetzt - etwas mehr als Formel-1-Piloten in schnellen Kurven. Die Rotationsgeschwindigkeit betrug 180 Grad pro Sekunde. Mit der "Fassrolle" endete die 25 Monate dauernde Erprobungsphase von Jaguars erstem Kompakt-SUV, das in Graz bei Magna Steyr gefertigt wird.

Jaguar offeriert drei diverse Modelle

Jaguar bietet bei uns die drei Linien E-Pace, E-Pace R-Dynamic (mit Unterkategorien )und First Edition (nur im ersten Verkaufsjahr) an, die sich durch exklusive Designelemente und die Signaturfarbe Caldera Red bemerkbar macht. Black Pack und Panorama-Sonnendach sind da ebenso wie 20-Zöller serienmäßig. Die First Edition gibt es nur mit dem 180-PS-Turbodiesel (68.700 Euro) und dem 250-PS-Turbobenziner (72.300). Weiters sind ein 150-PS-Einstiegsdiesel (mit Schaltgetriebe und Frontantrieb als Basismodell) und ein 300-PS-Benziner (ab E-Pace S) verfügbar, allesamt Vierzylinder der neuen Ingenium-Reihe.

Der E-Pace gilt als Kompakter, hat aber ausreichend Platz auch im Fond, im Kofferraum hingegen kann es durch die hohe Ladekante eng werden. Interessant ist das Design, denn der kleinere E-Pace wirkt bulliger als der F-Pace, der durch sein längeres Heck mehr Coupé-Nähe suggeriert. Gelände wäre auch für den E-Pace kein Problem, doch wer wirklich öfters und hart offroad fährt, wird für diese Ausflüge wohl andere Modelle nützen. Vier Fahrmodi stehen jedenfalls im E-Pace zur Wahl, von "Schnee" über "Eco", "Komfort" bis "Dynamic".

Optimierung der Sicherheit sowie der Innenausstattung

Interessant ist ein Sicherheitsassistent: Warnt der Totwinkel-Beobachter vor einem anderen Fahrzeug, kommt es beim angesetzten Verlassen der eigenen Spur zum Lenkeingriff. Zudem gibt es den adaptiven Tempomat, allerdings nicht mit automatischer Spurhaltung. Unangenehm fiel bei unserem Testauto auf: Das Start-stopp-System funktionierte nicht.

Komfort wird überall großgeschrieben: Das Infotainment ist nun klar strukturiert, die Navigation auf dem aktuellsten Stand, die Cockpitübersicht gut. Und das Head-up-Display (ebenfalls Serie in der First Edition) will man nicht mehr missen.

Im Test: Jaguar E-Pace

Motor/Fahrwerk: Vierzylinder-Reihen-Turbobenziner mit Direkteinspritzung, 1998 ccm, 183 kW/249 PS bei 5500 U/min, 365 Nm bei 1200 U/min, Nuengangautomatik, Allradantrieb.
Ausstattungshighlights: Zusätzlich zur Linie R Dynamic: Panoramadach mit elektr. Sonnenblende, 20-Zoll-Leichtmetallfelgen, Sitze in Windsor-Leder (Ebony/rote Kontrastnähte), beheizbare Vordersitze mit Memoryfunktion, Ambiente-Innenbeleututng, Laderaumschienen, Head-up-Display, Activity Key (Armband), elektr. Heckklappe mit gestensteuerung, konfigurierbarer Dynamicmodus.
Maße/Gewichte: L/B/H 4395/2088 (mit Spiegeln)/1649 mm, Radstand 2681 mm, Laderaum 577-1234 l, 1832 kg, zul. 2400. Max. Anhängelast 1800 kg. Tank 69 l. Wendekreis 11,9 m.
Fahren/Verbrauch: Spitze 230 km/h, Beschleunigung auf 100 km/h 7,0 Sek. Verbrqauch kombiniert: 7,7 l/100 km (174 (g CO2), im Test 8,9 l.
Preis: First Edition 72.300 Euro; Einstieg: 37.000 Euro.

Aufgerufen am 16.12.2018 um 09:10 auf https://motor.sn.at/autotest/der-neue-jaguar-e-pace-ueberzeugt-als-kompakt-performance-suv-27690883

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