Autotest

E-Bike-Test: Hier kommt Curt

Das minimalistische Pedelec Ampler Curt als Alternative für designverliebte Pendler. Der ÖAMTC-Testsieger überzeugt im Praxistest und offenbart nur wenige Schwächen.

Ampler. Curt Ampler. Der „Nachname“ spricht sich übrigens wie die Ampel.  SN/mrazek
Ampler. Curt Ampler. Der „Nachname“ spricht sich übrigens wie die Ampel.

Irgendwann hat es ja so kommen müssen. Bisher war der Herr Mobilitätsredakteur ja wahlweise im Testauto oder mit dem konventionellen Fahrrad unterwegs. Wenn, dann g'scheit, könnte man sagen. Schließlich halten sich die Anstiege in der Stadt Salzburg ja in Grenzen. Da ist nix dabei, was man nicht mit einem kleinen Zwischenspurt wegtreten könnte - vorausgesetzt, man fährt nicht absichtlich über einen der Stadtberge.

Nun also doch ein E-Bike-Test. Und ich muss gestehen: Ich bin überrascht, wie schnell man sich an diesen bequemen "elektronischen Rückenwind" gewöhnt, wenn der kleine, unscheinbare Nabenmotor am Hinterrad mit anschiebt. Die anfängliche Skepsis war spätestens beim Anblick von Curt verflogen: Mit seinem schlanken, 13,5 Kilogramm leichten, mattschwarz lackierten Alu-Rahmen erinnert das extrem puristische Bike mehr an ein altes Waffenrad als ein Pedelec mit Lithium-Ionen-Akku. Dieser versteckt sich übrigens im Rohrrahmen und leistet genug Power für bis zu 70 Kilometer Reichweite - je nachdem, welche Unterstützungsstufe man verwendet. Davon stehen bewusst nur zwei zur Auswahl, "Eco" und "Speed". Wer möchte, kann sich von der vollen Power von 250 Watt auf bis zu 25 km/h anschieben lassen, verliert dann allerdings an Reichweite. Wer's gern schneller hat, muss selbst treten. Angenehm intuitiv funktioniert auch die Motorsteuerung, die anhand des aktuellen Drehmoments an den Pedalen erkennt, ob der E-Antrieb gewünscht wird. Lustig: Nicht nur das reduzierte Design ohne Gepäckträger und Seitenständer und die mattschwarze Lackierung, auch der eher ungewöhnliche Single-Speed-Riemenantrieb zieht die Blicke der anderen Verkehrsteilnehmer an. Wäre da nicht der leuchtende Knopf für die Wahl der Fahrmodi und die Ladebuchse im Bereich der Pedale, keiner würde auf den ersten Blick Verdacht schöpfen. Angesichts der Verarbeitungsqualität und der hochwertigen Komponenten sind die knapp 3000 Euro für Curt fast eine Okkasion. Schade ist der fehlende GPS-Diebstahlschutz. Immerhin kann der E-Antrieb im Fall des Falles deaktiviert werden. Konventionell absperren ist trotzdem Pflicht.

Im Test: Ampler Curt

58-cm-Alu-Rahmen und Carbon-Gabel, 13,5 kg, Single-Speed-Riemenantrieb, 250-Watt-Nabenmotor am Hinterrad, Scheibenbremsen Shimano M6000, Unterstützungsgeschw. 25 km/h, 45-70 km Reichw., 48 Volt/336 Watt Akku, Ladezeit: 2,5 Stunden, Preis: 2890 Euro.

Was gefällt:
Das reduzierte Design, die tolle Verarbeitung, die hochwertigen Komponenten, der Preis.

Was weniger gefällt:
Das extrem harte Set-up und der fehlende App-integrierte Diebstahlschutz.

Was überrascht:
Wie schnell man sich als "Normal-Biker" an den elektrischen Rückenwind gewöhnt.

Perfekt für:
Stilbewusste Berufspendler, die nicht ins Schwitzen kommen wollen.

Quelle: SN

Aufgerufen am 23.09.2020 um 07:34 auf https://motor.sn.at/autotest/e-bike-test-hier-kommt-curt-92319772

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