Autotest

EQA: Baby-Benz auf Starkstrom

Mit dem EQA hat Mercedes eine smarte GLA-Alternative.

Als kleinstes Elektromodell von Mercedes fährt der EQA bis zu 426 Kilometer weit.mrazek SN/mrazek
Als kleinstes Elektromodell von Mercedes fährt der EQA bis zu 426 Kilometer weit.mrazek

Man könnte an dieser Stelle trefflich darüber diskutieren, welche Art von Fahrzeug aus Klimaschutzperspektive verwerflicher ist: ein kompaktes, relativ schweres Elektro-SUV oder ein kleines, relativ leichtes Benziner-Cabrio (siehe Mini Cooper S Cabrio). Während sich die beiden Lager nun rhetorisch mit Schlamm beschmeißen, lassen Sie uns derweil übers Auto reden.

Mit dem EQA bietet Mercedes nun auch im (relativ) erschwinglichen Kompakt-SUV-Segment eine elektrische Variante.

Musterbeispiel für Effizienz

Neben den optischen Anleihen teilt das 4,4-Meter-SUV auf GLA-Basis auch das rundum auf Effizienz getrimmte Grundkonzept seiner größeren und weitaus teureren Elektro-Brüder wie EQC, EQS oder dem jüngsten EQB. Während man dem allgegenwärtigen Reichweitenargument anderswo mit maximalen Kilowattstunden begegnet, geht man bei Mercedes einen aufwendigeren, aber durchaus reizvollen Weg: Anstatt immer größere (und damit schwerere) Akkus zu verbauen, sind die jüngsten Elektromodelle Musterbeispiele für Effizienz. Trotz seiner relativ hohen Karosserie beträgt der cw-Wert des mit zwei Tonnen vergleichsweise leichten EQA nur 0,28. Dank ausgeklügeltem Thermomanagement und starker Rekuperationsleistung reichen 66,5 kWh bei intelligenter Fahrweise für durchaus praxistaugliche Reichweiten. Komplettiert wird das Package von Schnelllade-Features von bis zu 100 kW. Von 10 auf 80 Prozent ist der Akku damit in 30 Minuten geladen.

IM TEST



Mercedes-Benz EQA 250

Elektro-Kompakt-SUV, Asynchronmaschine vorn, Ein-Gang-Getriebe, 140 kW/190 PS, Akku 66,5 kWh (netto), Reichweite 426 km, Verbr. 17,7 kWh/100 km, im Test 21,3 kWh, Preis ab 48.590 Euro, Testfahrzeug: 56.544 Euro.

Was gefällt:
Stimmiges Gesamtkonzept, Mercedes-typische Qualität, hohe Alltagstauglichkeit.

Was weniger gefällt:
Auf Versionen mit mehr Leistung, Reichweite und Allradantrieb muss man noch warten.

Was überrascht:
Bei all der ausgeklügelten Technik ist die Bremse überraschend schwer dosierbar.

Perfekt für:
Alle, die bisher GLA gefahren sind und auf den Allrad verzichten können.

Aufgerufen am 21.01.2022 um 06:56 auf https://motor.sn.at/autotest/eqa-baby-benz-auf-starkstrom-113610661

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