Autotest

Grandland X und Tarraco - Der Familienausflug kann kommen

Keine Platzfrage: Opel Grandland X und Seat Tarraco sind Raumfahrzeuge. Und in der besten Ausstattung ist alles dabei - was sich auch im Preis niederschlägt.

Der SUV-Boom hat klare Gründe, und dass die Benutzer grundsätzlich Umweltsünder seien, ist eine nicht haltbare Mär: SUVs sind praktisch. Bieten Platz. Haben meist eine Menge Komfort. Können vielseitig verwendet werden. Und finden daher regen Absatz.

Kein Wunder also, dass alle Massenhersteller SUVs in diversen Größen in der Modellpalette haben. Am oberen Ende der Kompakten gibt es zwei interessante Angebote: den Grandland X von Opel (der vieles, aber nicht alles mit dem Konzernbruder Peugeot 3008 gemeinsam hat) und den Seat Tarraco, der das SUV-Trio der Spanier mit deutschen (und tschechischen) Verwandten nach oben abrundet.

Der Grandland macht seinem Namen Ehre, weil das Platzangebot vorn und im Fond ausgezeichnet ist, Bein- und Kopffreiheit auch für Größere völlig reichen und auch der Laderaum angemessen ist. Der Boden lässt sich in zwei Höhen variieren.

Wir fuhren den neuen 1,6-Liter-Turbobenziner mit 180 PS und überzeugender Achtgangautomatik. Das "X" bei Opels SUVs bedeutet nicht zwangsläufig Allrad, doch ist die verbesserte Traktionshilfe (mit dem Drehknopf in der Konsole lässt sich das Anfahren bei Schnee oder im leichten Gelände deutlich einfacher an) ein durchaus willkommenes Helferlein. In die Ultimate-Ausstattung hat Opel sehr viel reingepackt, von Assistenzsystemen über Rückfahrkamera, Ledersitze, das markenspezifische Licht und die bequemen, ergonomisch geprüften Sitze. Wem das nicht genügt, der kann sich auch noch mit Extras wie Panoramaglasdach oder Premiumsound die Fahrt verschönern.

Der Grandland X ist gut gedämpft, der Turbobenziner läuft ruhig mit ausreichend Drehmoment und verbrauchte im Testschnitt 7,3 Liter (nicht in Vollbeladung). Während das Cockpit klar und übersichtlich gehalten ist, ist die Navigationskarte doch etwas klein geraten und benötigt als Touchscreen sehr genaue "Treffer" - bei unebener Fahrbahn oft ein Kunststück.

Der Tarraco fällt beinahe in die Kategorie XL und ist damit ein echtes Raumwunder, vor allem im Fond wird er zu einer Lounge (als Fünfsitzer, erhältlich ist er auch als Siebensitzer). Überraschend war, dass im Normal- oder Eco-Fahrmodus der 190 PS starke TDI nicht wirklich ein Heuler war und erst im Sportmodus kräftigen Vortrieb bewies. Auch beim Seat ist das Siebengang-DSG ein Pluspunkt, der Verbrauch aber überzeugte nicht: Denn 8,5 Liter für einen Diesel sind trotz 190 PS und Allrad einfach zu hoch. In der Xcellence-Linie sind die Assistenten vollzählig, auch wenn der Parkhelfer bei jeder nahenden Berührung frühzeitig "schreit". Die Bedienung im Cockpit ist übersichtlich und einfach.

Die Preise der Testwagen von rund 46.000 (Opel) bzw. 58.00o Euro sind schon selbstbewusst. Fazit: Das Länderspiel Deutschland/Frankreich gegen Spanien/Deutschland endet remis.

Im Test: Seat Tarraco 2,0 TDI Xcellence und Opel Grandland X Ultimate

Test Seat Tarraco 2,0 TDI Xcellence Opel Grandland X Ultimate
Motor/Fahrwerk Vierzylinder-Turbodiesel, 1968 ccm, 140 kW/190 PS bei 3500-4000 U/min, 400 Nm bei 1750-3250 U/min, Siebengang-DSG, Allrad (4Drive), Start-Stopp. Vierzylinder-Turbobenziner, 1598 ccm, 133 kW/180 PS bei 5500 U/min, 250 Nm bei 1750 U/min, Achtgangautomatik, Frontantrieb, Start-Stopp.
Ausstattungshighlights Xcellence: Dreizonen-Klimaautomatik, adapt. Tempomat, Ambientebeleuchtung, Heckklappe elektr., Parkassist. und Parkhilfe vorn/hinten, 19-Zoll-Alufelgen, Rückfahrkamera, Sport-Komfortsitze etc. Ultimate: Adaptives LED-Licht, Alupedale, Gepäckraumboden zweifach verstellbar, Lichtpaket, Navi+ Intellilink, Sitzheizung vorn, Lenkradheizung.
Maße/Gewichte L/B/H 4735/1839/1658 mm, Radstand 2790 mm, 1816 kg, zul. 2410, Zuglast ungebremst 750 kg, Laderaum 230-1920 l, Tank 60 l. L/B/H 4477/2098/1609 mm, Radstand 2675 mm, 1500 kg, zul. 2000, Tank 53 l, Kofferraum 514-1652 l.
Fahren/Verbrauch Spitze 210 km/h, Beschleunigung auf 100 km/h 8,0 Sek. Verbrauch 5,6 l (Mix, 147 g CO2), im Test: 8,5 l. Spitze 222 km/h, Beschleunigung auf 100 km/h 8,8 Sek.; Verbrauch 7,2/5,0/5,7 l (132 g CO2, Euro 6d-Temp), im Test 7,3 l.
Preis 49.190 Euro; Testwagen (20-Zoll-Alufelgen 1080, Ö-Paket Xcellence 1790, Panoglasdach 1270, Standheizung mit Fernbedienung 1100, adapt. Dämpferregelung 870, Rundumkamera 630 etc.) 58.510 €. Ultimate: 42.459 Euro; Testwagen (Leder 1299, Allwetter-Traktionspaket 199, automat. Geschwindigkeitsassistent 559, Panoglasdach 859, Amethyst-metallic 809 etc.) 46.362 Euro.

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