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Hyundai i20: Schicke Schale - bewährter Kern

Die Koreaner haben beim i20 auch einen Vierzylinder im Programm und treffen damit den Geschmack eines Publikums.

Beim Hyundai i20 ist Turbo kein Muss. SN/behr
Beim Hyundai i20 ist Turbo kein Muss.

Hyundai setzt große Erwartungen in den neuen i20 und natürlich gibt es ihn mit den so schwer in Mode gekommenen Dreizylinder-Turbo-Benzinern. Die Koreaner entwickelten nach Downsizing-Rezept einen Mild-Hybrid in zwei Leistungsstufen (100 bzw. 120 PS). Zum Erfolg des i20 soll aber noch eine andere Entscheidung des Konzerns beitragen: Bei der dritten Generation der 2009 erstmals vorgestellten Reihe bleibt der Vierzylinder im Programm.

i20-Sportversion für Frühling 2021 angekündigt

Hyundai kümmert sich damit um einen Kundenkreis, der von vielen Autobauern mittlerweile im Stich gelassen wird. Aber es sind nicht nur sture Traditionalisten, denen vier Häferl lieber sind als deren drei plus Turbolader. Weniger Bauteile verbunden mit jahrzehntelanger Erfahrung, diese Eckpunkte versprechen längere Haltbarkeit. Durch den Fortschritt bei der Turbo-Technologie muss das in der Praxis nicht mehr stimmen, aber das Gefühl fährt mit. Ein Mehrverbrauch wird von den Vierzylinder-Fans in Kauf genommen und beim i20 hält er sich in Grenzen. Nach der Norm liegt der Wert bei 0,4 Litern. In der Praxis pendelt es sich zwischen sechs und sieben Litern ein. Der bewährte Kern passt somit gut zur schicken Schale des neuen i20 und damit auch in die heutige Zeit. Zum Tempobolzen ist das Auto ohnehin nicht gebaut und wer sich für eine Basis-Motorisierung entscheidet, hat dies nicht vor. Die 86 PS starke Maschine verrichtet unauffällig ihre Arbeit. Die Abstufung des Fünfganggetriebes ermöglicht passable Beschleunigungswerte. Wer Lust auf vier Zylinder plus Turbo verspürt, wird im kommenden Frühling fündig. Hyundai kündigte eine i20-Sportversion mit 205 PS an.

Eingeordnet ist dieser Hyundai als Kleinwagen, aber die Autos wurden allgemein größer. Mit 4040 mm Länge übertrifft er den Ur-Golf, der eine ganze Klasse begründete und 3835 mm maß, deutlich. Mit dem i20 lassen sich vielfältige Aufgaben bis hin zur Urlaubsfahrt bewältigen - sofern es sich nicht um eine Großfamilie handelt. Als Hyundai noch zu den Billiganbietern zählte, waren das polternde Fahrwerk und die nachlässige Verarbeitung die größten Mankos. Preislich sind die Koreaner volksnäher als andere geblieben und bei der allgemeinen Anmutung haben sie mit der Konkurrenz zumindest gleichgezogen. Das ruhige und gelassene Fahrverhalten des i20 darf unter Kaufempfehlung verbucht werden.

Hyundai gibt dem i20 ein erfrischendes Design mit klar gezogenen Kanten mit. Auch der Innenraum präsentiert sich in diesem Stil. Noch nicht selbstverständlich bei Kleinwagen, aber in der Linie Trend vorhanden: Notbremsassistent mit Fußgängererkennung und Rückfahrkamera.

Im Test: Hyundai i20 1.2 Trend

Kleinwagen, Vierzylinder-Benzinmotor, 1197 ccm Hubraum, 61,8 kW/85 PS, 5-Gang-Schaltgetriebe, Frontantrieb, Verbrauch (WLTP) 5,2-5,6 l (im Test 6-7 l), CO2 1,2-1,3 g/km, Preis 20.780 Euro.

Was gefällt:
Das erfrischende Design mit Liebe zum Detail bleibt nicht auf die äußere Hülle beschränkt.

Was weniger gefällt:
Die Bluetooth-Verbindung zum Mobiltelefon nervt mit häufigen Unterbrechungen.

Was überrascht:
Der in einem Kleinwagen zur seltenen Spezies gewordene Vierzylindermotor wirkt ganz und gar nicht antiquiert.

Perfekt für:
Freunde der unkomplizierten Mobilität.

Aufgerufen am 21.01.2021 um 10:14 auf https://motor.sn.at/autotest/hyundai-i20-schicke-schale-bewaehrter-kern-97887211

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