Autotest

Im Test: Cupra Formentor

Der Formentor überzeugt auch abgespeckt. Die sportliche Marke des Hauses Seat definiert sich nicht nur über PS-Zuwächse.

Die Basisvariante des Cupra Formentor hat keine Mangelerscheinungen. SN/behr
Die Basisvariante des Cupra Formentor hat keine Mangelerscheinungen.

Martorell. Hier residiert Cupra, die sportliche Marke der spanischen VW-Tochter Seat. Hier ist ebenso die Liebe zu einer geballten Anzahl von Pferdestärken groß. Aber die Botschaft kommt auch in abgespeckter Form an. Beim Formentor in der Basisvariante.

Was Cupra mit Basis meint

Basis? Schwarzes Leder, kupferfarbene Einlagen, ein Feuerwerk an digitalen Informationen im Hauptdisplay und 150 PS unter der stylisch zugespitzten Motorhaube lassen an dieser Einstufung zweifeln. Aber die zum Debüt der Reihe Ende vergangenen Jahres vorgestellten Modelle haben bis zu 310 PS zur Verfügung und an noch schärferen Versionen wird gearbeitet. Nicht nur bei Verbrennern, sondern auch mit Strom. Da wirkt die Zahl 150 bescheiden. Wohlgemerkt wirkt.

Der Formentor ist eines der flotteren Autos auf der Straße

Da sich "Cupra" aus den Begriffen "Cup" und "Racing" zusammensetzt und damit tatsächlich eine gedankliche Brücke in das benachbarte Montmeló baut, gehört auch der Formentor für Einsteiger zu den flotteren Autos auf der Straße. Die Maschine, der 1,5-Liter-Turbobenziner, hat sich schon in einigen Modellen des Volkswagen-Konzerns bewährt. Das gilt auch für die Siebengangautomatik mit Doppelkupplung. Wer will, beschleunigt in 8,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h und wagt sich jenseits des Walserbergs an die möglichen 204 km/h heran. Besser in die heutige Zeit passt es, einfach nur die Reserven an Bord zu genießen. Zugeständnisse an die Einstufung "Basis" sind das Fehlen einer 4x4-Option sowie einer Hybridtechnologie, und sei es nur die Mildversion.

Mit Köpfchen Spritsparen

Ersteres geht im Alltag nicht wirklich ab und ohne Strommithilfe ist für das Spritsparen der eigene Kopf hauptverantwortlich. Da lässt sich einiges tun und die Anzeigen des Bordcomputers sind hilfreich. Es ist keine Hexerei, nahe am Normschnitt von rund sieben Litern zu bleiben. Bei aller Betonung des Sportlichen ist der Formentor ein Fahrzeug, um unterschiedliche Transportaufgaben zu erfüllen. Für Passagiere in Reihe zwei ist in dem rund viereinhalb Meter langen Auto genug Platz auch für längere Strecken. Vorn gibt es ohnehin First-Class-Sitze. Der Laderaum mit einem Volumen von 450 Litern bricht keine Rekorde in diesem Segment, bei umgeklappten Lehnen hinten sind es dann stattliche 1505 Liter.

Wie alle neuen Autos aus der VW-Familie ersetzt auch im Formentor ein Tippen am Display das altgewohnte Drehen und Drücken. Nicht immer sind die Schritte logisch. Achtung: Ablenkung steht im Raum und wer nicht stehen bleiben will oder kann, sollte sich mit der Sprachsteuerung angefreundet haben. Nach ein bisschen Stimmtraining werden nicht alle, aber sehr viele Kommandos umgesetzt.

Benannt ist der Formentor übrigens nicht nach einer kräftigen und gutmütigen Sagengestalt, was zum Charakter des Autos passen würde. Das Cap de Formentor auf Mallorca ist der nördlichste Punkt der Ferieninsel.

IM TEST

Cupra Formentor 1.5 TSI

1,5-Liter-TSI-Motor (110 kW/150 PS), 7-Gang-Automatik, Doppelkupplungsgetriebe, Frontantrieb, Verbrauch (WLTP) 6,6-7,0 l, CO2: 150-158 g/km, im Test 7-8 l, Preis ab 35.772 Euro.

Was gefällt:
Die Verknüpfung von Elementen der Großserie mit Schmankerln eines Edeltuners.

Was weniger gefällt:
Die manchmal Kopfzerbrechen bereitende Bedienung von Navi, Audio und Klima.

Was überrascht:
Dass sich das gepflegte Abheben von der Masse nicht in saftigen Preisen niederschlägt.

Perfekt für:
Leute mit Transportaufgaben, die den Spaß am Autofahren nicht verloren haben.

Aufgerufen am 24.10.2021 um 04:35 auf https://motor.sn.at/autotest/im-test-cupra-formentor-110723257

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