Autotest

Jaguar XE: Die große Katze sprintet flott, trinkt aber wenig

Jaguar überarbeitete die Einstiegsreihe XE: Die Sportlimousine wurde in Technologie und Komfort aufgerüstet.

Der Einstieg in die Welt von Jaguar: der XE.  SN/kuntschik
Der Einstieg in die Welt von Jaguar: der XE.

Katzen mögen einander - meistens. Die große Katze, ein sprintstarker Jaguar XE, legte den Rückwärtsgang ein. Doch im Blickfeld hinten geruht Melissa, die Grande Dame unserer Vierbeiner, auf dem warmen Asphalt zu ruhen. In der Rückfahrkamera wurde sofort auf Melissa in einer herausgestellten Anzeige aufmerksam gemacht - Katzenerkennung sozusagen. Also Entwarnung, keine Katzenkollision, keine Tragödie. Sie mögen einander doch.Sprintstark nannten wir die Großkatze XE eingangs. Auf 100 schafft sie es unter acht Sekunden. Dabei ist die Herz-Lungen-Maschine, ein Turbodiesel der neuen Zweiliter-Vierzylinder-Ingeniumreihe, "nur" 180 PS stark, doch das Leistungsvermögen ist beachtlich - und selbst für nachbarliche Autobahnexkurse völlig ausreichend. Was beeindruckte: Der Durst der Großkatze fiel sehr bescheiden aus, da wirkte sich auch die Alu-Leichtbauweise aus: Auf Landstraßen nur knapp über fünf Liter, mit Autobahn und Stadt 5,6 im Schnitt (knapp 130 Gramm CO2 nach WLTP und natürlich Euro 6d-Temp). Das immer wichtigere Verhältnis Leistung - Verbrauch oder andersrum Emotion - Hirn passt also. Wer ein wenig Emotion will, dem gefällt sicher die in allen Ausstattungen angebotene R-Dynamic-Version mit akzentuierten Elementen an Front, Heck und Seite sowie Sportsitzen, einem Multifunktions-Lederlenkrad und Schaltwippen in Mattchrom.

Voll-LED-Leuchten erregen mit ihrer Signatur Aufmerksamkeit, das Interieur wurde geschmackvoll überarbeitet. Das Digitalcockpit verändert sich mit Wahl des Fahrmodus (dynamisch, Komfort, Eco, Schnee/Matsch). Die Traktion ist auch mit dem Heckantrieb (Allrad im Angebot) ausgezeichnet, Fahrwerk, Lenkung und Bremsen sind auf sportliches Fahren abgestimmt, ohne Reisekomfort zu vernachlässigen. Die entsprechende Silhouette des XE lässt im Fond allerdings nur geringe Kopffreiheit zu, man sitzt aber auch hinten durchaus bequem. Ebenfalls designgeschuldet ist der etwas niedrige Laderaum, der für einen Urlaub zu viert vielleicht ein Problem werden könnte. Mit Assistenzsystemen und Konnektivität ist der XE ganz up to date. Auffällig: Die "Trefferquote" der Verkehrszeichenerkennung, sonst ein Schwachpunkt quer durch alle Hersteller, war extrem hoch.

Beachtlich: Schon in der Basis (ab 46.500 Euro) sind 18-Zoll-Felgen, elektrisch verstellbare Ledersitze, LED-Scheinwerfer und -rückleuchten, Einparkhilfe, Rückfahrkamera und Spurassistent dabei.

Im Test: Jaguar XE D180 SE

Test Jaguar XE D180 SE
Antrieb Vierzylinder-Turbodiesel, 1999 ccm, 132 kW/180 PS bei 4000 U/min, 430 Nm bei 1750-2500 U/min. Start-Stopp, Achtgangautomatik, Heckantrieb.
Maße/Gewichte L/B/H 4672/2075/1425 mm, Radstand 2835 mm, 1615 kg, zulässig 2230. Kofferraum 455 l, Tank 56 l.
Fahrleistungen Spitze 225 km/h, Beschleunigung auf 100 km/h 7,9 Sek. Verbrauch: 5,5/4,2/4,9 l/100 km (132 g CO2), im Test: 5,6 l.
Preis SE R-Dynamic: 49.300 Euro; Testwagen (19-Zoll-Leichtmetallfelgen, Caldera Red, Drivepaket, Winterpaket): 58.681 Euro.


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