Autotest

Maserati Levante Q4 - Alles eine Frage des Charakters

Maserati aus dem Morgenland. Ja, der Levante ist mächtig und wunderschön. Aber ist Maseratis erstes SUV auch erschwinglich?

Sogenannte Sport Utility Vehicles, kurz SUV, gibt es auf dem Automarkt inzwischen wie Sand am Meer. Es gibt sie in allen Größen, Ausführungen und Farben, und natürlich auch in jeder Preiskategorie. Von der Konkurrenz abheben kann sich in der aktuellen SUV- Schwemme allerdings kaum noch jemand. Zum Glück gibt es auch Ausnahmen, Autos mit einem besonderen Charakter. Maserati hat mit dem Levante ein solches gebaut. Luxuriös, mächtig und - zumindest von vorn mit dem Dreizack auf dem wuchtigen Kühlergrill betrachtet - wunderschön.

Levante heißt ein mediterraner Wind, und zwar ein warmer Luftstrom, der von einem sanften Hauch innerhalb von Sekunden zu einem starken Sturm anschwellen kann. Ein Vergleich, der beim Anblick dieses SUV durchaus naheliegend erscheint. Im Altitalienischen beschreibt Levante einen Begriff, der so viel wie "Morgenland" bedeutet. Das liegt der Definition nach östlich von Italien und wird gemeinhin als Sehnsuchtsort verstanden. Auch das ließe sich mit diesem Maserati assoziieren.

Dabei ist das schicke SUV aus dem Morgenland gar nicht so unerschwinglich, wie man glauben könnte. Na ja, zumindest für diejenigen Leser und Leserinnen, die bereits einen Porsche Cayenne, einen Audi Q8, einen BMW X6 oder einen Mercedes GLE pilotieren. Der 275 PS starke Levante mit Dreiliter-Dieselaggregat und Allradantrieb kostet 92.890 Euro und liegt damit in etwa auf einer Augenhöhe mit der zuvor genannten Konkurrenz. Viel Geld, aber dafür bekommt man auch viel Auto.

Feines Leder in bester Verarbeitung und sonstige noble Materialien dominieren den Innenraum, italienischer Schick mit dem eingestickten Dreizack an den Kopfstützen unterstreichen das luxuriöse Interieur. Für Infotainment auf aktuellem Niveau sorgen u. a. das 8,4 Zoll große Touch-Control plus eine ganze Phalanx an Assistenzsystemen, von der Verkehrszeichenerkennung über den Querverkehrswarner bis hin zur automatischen Distanzregelung.

Beim Fahren ist es, als würde der Levante sitzen wie ein Maßanzug. Je nach Bedarf kann man mittels einiger Knöpfe das Auto auf seine Wünsche noch perfekter anpassen - sportlich, geländegängig, hart, weich. Der adaptiven Luftfederung mit Skyhook-Fahrwerk und Dämpferanpassung sei Dank. Um sich in schnelleren Kurven eine Seitenneigung zu ersparen, empfiehlt sich das Drücken des Sport-Buttons. Dann öffnen sich die Auspuffklappen und der Maserati klingt - trotz Diesel - dann auch wie ein Maserati.

Obwohl es heutzutage im Zeitalter des (halb-)autonomen Fahrens beinahe für alles ein elektronisches Helferlein gibt, lässt sich in diesem Auto auch Spaß haben. Etwa mit den riesigen Schaltwippen am Lenkrad. Eine Bewegung der Finger und der Motor reagiert beim Durchschalten der acht Gänge wesentlich freudiger. Dabei zeigte sich das fünf Meter lange, zwei Meter breite und 2200 Kilogramm schwere Luxus-SUV sogar halbwegs sparsam. Durchschnittlich 8,0 Liter schluckte der Levante in unserem Test und erreichte damit annähernd den Normverbrauch, der vom Werk angegeben wurde (7,9 Liter). Maserati zeigt eben auch hier Charakter.

Im Test: Maserati Levante Q4

Test Maserati Levante Q4
Motor/Fahrwerk Sechszylinder-Diesel mit Turbo, Hubraum 2987 ccm, 202 kW/275 PS bei 4000 U/min, 600 Nm bei 2000 U/min, Achtgangautomatik inkl. Schaltwippen, Allradantrieb, Luftfederung, Reifen 255/60 ZR18.
Maße/Gewichte L/B/H 5005/2158/1693 mm, Radstand 3004 mm, Bodenfreiheit 248 mm, Laderaum 580-1625 l, Leergewicht 2205 kg, zul. Gesamtgewicht 2900 kg. Tank: 80 l.
Fahren/Verbrauch Spitze 230 km/h, Beschleunigung auf 100 km/h 6,9 Sek., Verbrauch 7,9 l/100 km (207 g CO2), im Test 8,0 l.
Preis Basispreis: 92.890 Euro (Benziner ab 104.205 Euro).

Aufgerufen am 19.06.2019 um 01:34 auf https://motor.sn.at/autotest/maserati-levante-q4-alles-eine-frage-des-charakters-71351662

Kommentare

Schlagzeilen