Autotest

Range Rover Sport, der kleine durchtrainierte Bruder

Mit dem Range Rover Sport werden selbst alltägliche Strecken zu Kurzzeit-Kuraufenthalten.

Der Rang Rover Sport, passend in der Farbe Giola Green und mit britischem Kennzeichen. SN/mrazek
Der Rang Rover Sport, passend in der Farbe Giola Green und mit britischem Kennzeichen.

Eines muss gleich zu Beginn gesagt werden: Mit Sport im eigentlichen Sinn hat der neue Range Rover Sport in etwa so viel zu tun wie topaktuelle Nike-Sneaker: Auch die sind ursprünglich dazu gemacht, um damit ernsthaft Sport zu betreiben. Sich damit im Gelände so richtig schmutzig zu machen kommt für die allermeisten aber nicht infrage.

Wobei es natürlich immer auf die Ausgangssituation ankommt. Im direkten Vergleich zum großen Bruder Range Rover ist der Sport tatsächlich so etwas wie der kleinere, durchtrainierte Bruder: Das Dach fünf Zentimeter tiefer, der Hecküberhang deutlich kürzer und trotzdem der gleiche Radstand von knapp drei Metern auf einer Fahrzeuglänge von 4946 Millimetern. Wenngleich der D300 die zweitschwächste Motorisierung im Portfolio darstellt, wirkt der längs eingebaute Reihensechszylinder-Diesel mit den stattlichen 2,3 Tonnen Leergewicht in keiner Situation überfordert. Ganz im Gegenteil: Lange bevor Motor und Fahrwerk auch nur in Sichtweite eines Grenzbereichs kommen, verlässt einen als Fahrer ohnehin der Mut - zu majestätisch mutet der Sport an, als dass man groß in Versuchung käme, ihn wirklich sportlich zu bewegen. Was nicht heißt, dass man es im Sport bei Bedarf nicht auch wirklich fliegen lassen kann. Hat die Achtstufen-Automatik erst einmal Schwung geholt, vergisst man binnen kürzester Zeit, welches Bröckerl von einem Auto man da unter dem Hintern hat. Das souveräne Zusammenspiel von Wankneigungsausgleich, dynamischer Luftfederung und der intelligenten Fahrwerkssteuerung lässt den Sport im Fall der Fälle um einige Hundert Kilogramm handlicher wirken.

Mindestens ebenso viel Spaß macht es jedoch, sich in britischer Noblesse zu üben, mit niedrigen Drehzahlen praktisch unhörbar dahinzurollen und alles Weitere dem stattlichen Auftritt des Sport zu überlassen. Und das fällt überhaupt nicht schwer. Die Art und Weise, wie die Türgriffe ausfahren, die Fahrertür ins Schloss fällt und sich die diversen Infodisplays im Cockpit auf den bevorstehenden Einsatz vorbereiten, ist jedes Mal aufs Neue ganz großes Kino.

Natürlich ist der Range Rover Sport auf Wunsch auch im Gelände ein echtes Tier. Möglich macht das die neueste Entwicklungsstufe des Terrain-Response-2-Systems von Land Rover. Dieses System passt binnen Millisekunden alle relevanten Systeme des Fahrzeugs automatisch und intelligent an den jeweiligen Untergrund an. Im Sport feiert zudem die adaptive Offroad-Geschwindigkeitsregelung ihre Premiere. Dieses System hilft dem Fahrer im schweren Gelände, indem sie entsprechend der Bodenverhältnisse wie ein Tempomat aufs Tempo achtet. Nur lenken muss man dann noch selbst.

IM TEST




Range Rover Sport D300 SE
Fünfsitziges SUV, Mildhybrid-Diesel 258 kW/300 PS, 8-Stufen-Automatik, Allrad. 2315 kg, Kofferraum 450-1860 l Verbr. 8,1 l/100 km, 211 g CO2/km, im Test: 10,2 l. Preis: 112.685 Euro.

Was gefällt:
Das reduzierte Design bei gleichzeitigem Luxus.

Was weniger gefällt:
Der Preis.

Was überrascht:
Wie sehr man die Technik im Detail immer wieder aufs Neue perfektionieren kann.

Perfekt für:
Alle, die sich wie ein echter Sir fühlen wollen.

Aufgerufen am 09.02.2023 um 11:13 auf https://motor.sn.at/autotest/range-rover-sport-der-kleine-durchtrainierte-bruder-132482278

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