Autotest

Renault Clio - Ein echter Generationensprung

Alles neu im Renault Clio. Die massive Aufwertung trüben nur kleine Schwächen.

Ein Quantensprung in Sachen Verarbeitung und Ausstattung: der neue Clio. SN/kuntschik
Ein Quantensprung in Sachen Verarbeitung und Ausstattung: der neue Clio.

Eigentlich liegt Renault mit der vierten Generation des Clio ganz im Trend: Ein heute solide ausgestatteter Kleinwagen bietet alles, was unlängst noch Mittelklasse-Standard war. Das ist immer wieder gewöhnungsbedürftig, doch wen der Preis von fast 26.000 Euro für einen Kleinen schreckt, der muss sich die Annehmlichkeiten der mit 130 PS völlig ausreichend motorisierten R.S.-Line zu Gemüte führen. Das fängt bei sehr sportlichen Designelementen außen an und setzt sich innen im Cockpit und bei den Stoffsitzen mit eigenem Dekor fort. Spoiler weisen dezent auf die R.S.-(Renault Sport)-Linie hin. Fünf Fahrmodi ("Multi Sense"), 16-Zöller aus Leichtmetall, Rückfahrkamera, Multimediasystem "Easy Link", LED-Scheinwerfer und -Heckleuchten, abgedunkelte Scheiben hinten usw. sind in der Topausstattung Serie. Höherwertig wurde fast alles am neuen Clio: das Digitalcockpit mit der virtuellen Abstandsmessung zum Wagen voraus, die optionale Rundumkamera samt Einparkhilfe und die umfassenden Informationen in Armaturen und über das mittige Tablet-Display - das aber wieder bei der Größe von 9,3 Zoll so wuchtig wirkt, dass es die gefällige durchgehende Designlinie des Cockpits zerteilt. Praktisch ist die angepasste Ablage für den "Schlüssel" in der Mittelkonsole, unpraktisch die Platzierung des Audio-Hebels genau hinter der Lenkradspeiche. Dass der Totwinkelwarner optional ist (189 Euro), ist schade, genauso wie der fehlende adaptive Tempomat. Mit dabei ist hingegen der Spurwarner. Was das Fahren betrifft, überrascht Clio IV. besonders: leise und bestens gedämpft wie ein Großer. Die Leistung des 130-PS-Turbobenziners ist richtig sportlich, man vermutet (auch dank des geringen Gewichts von etwas über 1200 Kilogramm) weitaus mehr Drehmoment als die tatsächlichen 240 Newtonmeter. Ein markantes Plus ist das präzise Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe.

Der Verbrauch im gemischten Testbetrieb lag bei akzeptablen 6,2 Litern. Das Handling gefällt, die Traktion ist gut - im Trockenen. Auf nasser Fahrbahn neigte der Clio etwas zum Rutschen. Der sportlichen Ausstattung angepasst sind auch die Bremsen. Insgesamt ist der komplett neu aufgesetzte Clio eine erfreuliche Überraschung - und fit für den Konkurrenzkampf in einem engen Segment. Allerdings: Großgewachsene Personen haben im Fond ein Problem.

Im Test: Renault Clio TCe 130 R.S. Line

Test Renault Clio TCe 130 R.S. Line
Motor/Fahrwerk: Vierzylinder-Turbobenziner, 1333 ccm, 96 kW/ 130 PS, 240 Nm bei 1600 U/min, Frontantrieb, Siebengang-DKG.
Maße/Gewichte L/B/H 4050/1798/1440 mm, Radstand 2583 mm, 1248 kg, zul. 1673, Laderaum 391-1069 l.
Fahren/Verbrauch Spitze 200 km/h, Beschleunigung auf 100 km/h in 9,0 Sek. Verbrauch 6,8/4,5/5,3 l
(121 g CO2, Euro 6d-Temp), im Test: 6,2 l.
Preis 23.390 Euro; Testwagen 25.973. Clio-Einstieg: 12.490 (Life SCe 75).

Aufgerufen am 14.07.2020 um 11:53 auf https://motor.sn.at/autotest/renault-clio-ein-echter-generationensprung-82088149

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