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Suzuki Across: Der Neue, der bekannt vorkommt

Mit dem Across hat Suzuki ein neues Topmodell und den ersten Plug-in-Hybriden. Das teuerste Fahrzeug der Markenhistorie basiert auf einer Kooperation mit Toyota.

Rundet die Modellpalette der Marke nach oben ab: der Suzuki Across. SN/gk
Rundet die Modellpalette der Marke nach oben ab: der Suzuki Across.

Wenn Ihnen der Across von Suzuki irgendwie bekannt vorkommt, liegen Sie nicht falsch. Er entstammt wie der Swace der intensivierten Kooperation mit Toyota und entspricht dem dort lang etablierten RAV4, auf dessen Basis Suzuki optische Retuschen an der Front und innen anbrachte.

Midsize-SUV mit vier E-Modi

Das Wesentliche beim Across: Als Plug-in-Hybridmodell dringt er für Suzuki in neue Gefilde vor, womit "Kleinwagenmarke" nicht mehr stimmt. Denn der Across ist ein raummäßig ordentliches Midsize-SUV. Und dank Plug-in-Hybrid (306 PS Systemleistung) steuerlich begünstigt, allerdings in der Anschaffung mit knapp 58.000 Euro um 27.000 teurer als das bisher kostspieligste Suzuki-Modell (Vitara). Am interessantesten ist natürlich der Versuch, die Vorteile des Hybridsystems auszuloten. Nun, da zeigt das übersichtliche Cockpit 72 Kilometer elektrische Reichweite an. In der Praxis waren nach 15 Kilometern Fahrt 18 weniger an Reichweite aufgezeigt, was also 60 Kilometer realistisch für eine Batterie-Vollladung ergibt - bei gemäßigter Fahrweise natürlich. Beim 2,5-Liter-Benziner ist bei Autobahn-Langstrecke ein Verbrauch um die 6,5 Liter die Wirklichkeit. Und was die Ladezeit betrifft: Für von leerer Batterie auf "voll" sind an der normalen Haushaltssteckdose acht Stunden einzuplanen.

Interessant ist die Wahlmöglichkeit zwischen vier E-Modi: rein elektrisch, Auto-EV/Hybrid, Hybrid (der Verbrenner schaltet sich automatisch zu) und der Batterie-Lademodus, in dem der Vierzylinder als Generator wieder ein paar elektrische Kilometer zurückgewinnt. Den Across bietet Suzuki nur in einer Ausstattung an, die beinahe als komplett durchgeht: alle wichtigen Fahrassistenten, 19-Zoll-Alufelgen, LED-Scheinwerfer mit Fernlichtautomatik, Lenkradheizung, Sitzheizung vorn und Außensitze hinten, Multimedia. Beinahe deswegen, weil - so wurde es erklärt - das Werk absichtlich auf eine Navigation verzichtete, da man dafür über Kabel und Stecker sein Smartphone verwenden kann. In der Annahme, dass der Across nicht unbedingt eine junge Kundschaft mit Hang zu Smartphone-Tricks anspricht, sondern eine etwas ältere (und womöglich Menschen ohne Smartphone, soll es auch noch geben!), ist der Verzicht auf ein leicht zu bedienendes Navi unverständlich. Genauso wie das Fehlen einer Höhenverstellung des Beifahrersitzes (Rest manuell), während beim Fahrer alles elektrisch möglich ist. Der Allradantrieb kommt bei Bedarf (von 100 Prozent auf die Vorderachse bis zu 80 Prozent auf die hintere). Per Druck auf den "Trail"-Kopf wahlweise permanent. Positiv zu vermerken ist der Laderaum von 490 Litern (trotz Reserverads und Ladekabeln darunter), der auf bis zu 1168 Liter ausgeweitet werden kann. Das Fahren im Across ist entspannt dank geräuscharmen Gleitens, zu dem der Blick auf die Antriebsanzeige im Neunzolldisplay mehr und mehr verleitet.

Im Test: Suzuki Across PHEV

Midsize-SUV, Plug-in-Hybrid: Vierzylinder-Benziner mit 136 kW/185 PS plus E-Motoren mit 134 kW/180 PS (Lithium-Ionen-Batterie mit 18,1 kWh), 306 PS Systemleistung. Verbrauch 1,0 l/100 km (22 Gramm CO2); im Test: 6,6 l und 29 kWh. Preis 57.990 Euro.

Was gefällt:
Raumangebot und eine (fast) komplette Ausstattung.

Was weniger gefällt:
Zu "komplett" fehlen Navi und Beifahrersitzverstellung (Höhe).

Was überrascht:
Wie schnell man das Sparen lernen kann.

Perfekt als:
Familienauto für die, die daheim schnell laden können.

Aufgerufen am 21.01.2021 um 09:37 auf https://motor.sn.at/autotest/suzuki-across-der-neue-der-bekannt-vorkommt-97886731

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