Autotest

Suzuki Jimmy - der kleine Geländespezialist

Für eine eingefleischte Fangemeinde ist das Warten zu Ende. Oder doch nicht: Der neue Suzuki Jimny ist da, aber die Nachfrage übersteigt den Vorrat.

Einige Importeure haben ein Luxusproblem. Wie zum Beispiel Suzuki Austria. Von Fans wie vom heimischen Vertreiber sehnlichst erwartet, ist der neue Jimny der erwartete Schlager geworden. Doch ist die Zuteilung für Österreich durch die Japaner nicht ganz marktkonform. Österreich-Chef Helmut Pletzer muss zugeben: "Wer jetzt einen Jimny will, bekommt ihn voraussichtlich Anfang 2020." Der Jahrgang 2019 ist de facto bei uns ausverkauft.

Das soll Jimny-Aspiranten aber nicht entmutigen. Interesse weckt der kleine Geländespezialist allemal, sogar auf dem Parkplatz des Supermarkts kommen Passanten, begutachten, wollen Auskünfte. Ja, das Einladen des Einkaufs funktionierte nur, weil ein Rücksitz umgeklappt wurde. Ein Laderaum ist bei zweckbestimmter Verwendung der Rücksitze eigentlich nicht vorhanden, da passt vielleicht noch eine Laptoptasche hinten rein.

Aber als Einkaufswagen ist der Jimny auch nicht konzipiert. Die vierte Generation des Trendsetters, der 1970 erstmals für Erstaunen sorgte und seither ein Stammpublikum aufbaute, ist bemerkenswert geworden. Im Design einmal, das zumeist Applaus erhielt, weil es einfach "cool" und minimalistisch ausfiel: Vergleiche wie geschrumpfte G-Klasse oder kleinerer Wrangler drängen sich auf.

Wer den Jimny will, will damit keine Urlaubsreise auf der Autobahn mit der Familie machen. Dafür ist er ungeeignet: Weil der Vierzylinder-Benziner ab 110 km/h ziemlich laut wird, weil Beschleunigung und Topspeed nicht seine Stärken sind, weil er ganz einfach woanders zu Hause ist. Nämlich draußen, wo andere nicht mehr hinkommen.

Vielleicht am Ende der Welt.

Offroad ist sein ureigenes Refugium. Allrad ist zuschaltbar, bei Bedarf kommt die Untersetzung zum Einsatz. Das sind alte Qualitäten auf neuem Niveau.

Doch der Jimny überrascht dann im - sozusagen - abnormalen Betrieb auf Landstraßen und Autobahnen doch: Da gibt es eine Fernlichtautomatik, die alle Situationen richtig einschätzt. Und eine Verkehrszeichenerkennung, die bei keinem anderen Testauto bisher so exakt funktionierte. Einige andere Assistenten sind auch noch da: Spurverlassens- und Kollisionswarner, Bergabfahrhilfe.

Der Platz im Fond ist beschränkt, längere Fahrten können ungemütlich werden. Und ein Manko zeigte sich bei stärkeren Bremsmanövern, da erwies sich der Jimny als etwas instabil.

Aber wer bremst im Gelände bei fünf oder zehn km/h schon heftig?

Bleibt noch der Durchschnittsverbrauch von 7,2 Litern für 102 PS aus einem Vierzylinderbenziner zu erwähnen. Im Gelände wird er wohl noch zulegen.

Aufgerufen am 21.07.2019 um 01:58 auf https://motor.sn.at/autotest/suzuki-jimmy-der-kleine-gelaendespezialist-65932978

Schlagzeilen