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VW Caddy California: Kasten zum Reisen und Rasten

VW komplettiert die Reisemobilpalette um den Caddy California. Mit ein wenig Organisationstalent wird das kleinste Nutzfahrzeug der Marke damit ganz groß.

Alles unter Dach und Fach: Bett, Miniküche und Klappmobiliar.  SN/keckeis-hiller
Alles unter Dach und Fach: Bett, Miniküche und Klappmobiliar.

Man muss nicht nach Kalifornien reisen, um kalifornisch zu träumen. Das geht so gut wie überall auf der Welt - dort, wo ein 4,5- bis 4,853-Meter-Gefährt (Stand-)Platz findet. Denn VW offeriert neuerdings auch ein kompakt gehaltenes Reisemobil namens California.

Caddy Cali mit Technik wie Golf VIII

Das basiert auf dem im Vorjahr neu gemachten Caddy, dem Nützling mit nochmals erhöhten Pkw-Eigenschaften: Der ehemalige Pick-up, der zum Kastenwagen und Hochdachkombi mutiert ist, steht auf der gleichen Technikbasis wie der Golf VIII. Das prädestiniert ihn zu noch mehr Vielseitigkeit als bisher. Er kann außer den genannten Basisvarianten jetzt auch ein mobiles Domizil sein. VW reiht ihn damit in die Palette der Freizeit- und Reisemobile aus Werksanfertigung ein, zu T6.1 California und Crafter Grand California. Ein Freizeitmobil sein, das konnte die Vorgängergeneration des Caddy als Beach-Derivat zwar auch, samt Klappbett, doch gab es keine Küche. Die musste man selbst kreieren und sich gegebenenfalls einbauen (lassen). Der Neo-California hingegen kann eine an Bord haben, als Optionssausstattung.

Der California ist der perfekte Reisebegleiter

Weit weg, im tatsächlichen Sinn, sind in Zeiten der Pandemie Traumdestinationen wie Kalifornien. Das lenkt den Blick auf näher gelegene Reiseziele - möglichst abseits von Menschenmassen und ausgetretenen Pfaden. Dafür gedacht ist der Caddy Cali, und um dem kalifornischen Traum in der Wirklichkeit nachzuspüren, ging's mit dem in Polen gebauten und gefertigten Wolfsburger in eine hierzulande kaum bekannte Ecke Deutschlands: in die Rhön. Das ist eine Region zwischen Bayern, Thüringen und Hessen, die auf den flüchtigen Blick unspektakulär wirkt, doch außer historisch bedeutenden Ecken - siehe Fulda, siehe ehemalige Trennlinie zwischen West- und Osteuropa - vor allem eines zu bieten hat: viel Gegend, weite Landschaften, in die man eintauchen kann, in die Hügel, Wälder, Weiher und Moore. Dafür ist der kompakte California ein kongenialer Reisebegleiter: Das Bett ist mit wenigen Handgriffen aufgebaut, dazu ist es auch wirklich kommod, sei es zum Rasten, sei es zum Übernachten. Keinen Auf- und Umbau-Aufwand bereitet ebenso das Postieren der Küche. Man zieht sie einfach heraus, bleibt dabei von der Heckklappe bedacht. Jetzt noch die Kaffeemaschine auf den Herd stellen, die Campingmöblage aus der Hecktasche ziehen und Tisch sowie Sessel entweder in der Sonne oder im Schatten platzieren. Das geht natürlich mit einer Suppe zum Abendessen auch, bevor man die Scheiben mittels der magnetisch fixierbaren Vorhänge abdunkelt und sich zur Nacht einrichtet.

Wird's kalt, ist es gut, wenn man die Standheizung mitbestellt hat. Die morgendliche Ernte kann sein: ungestörtes Vogelgezwitscher - und ist die Heckklappe geöffnet, wird je nach Wetterlage ein Sonnenaufgang gratis mitgeliefert.

Im Test: VW Caddy Maxi California 4Motion

Hochdach-Kombi, 2,0-l-Turbodiesel, 90 kW/122 PS bei 2750 U/min, 320 Nm ab 1600 U/min, Sechsgang-Schaltgetriebe, Allrad, Verbrauch/100 km: 5,1 l, CO2: 136 g/km, ab 38.955 Euro (Grundmodell). Testfahrzeug: 54.870,90 Euro.

Was gefällt:
Kompaktheit und Agilität, ob auf der Autobahn, der Landstraße oder in der Stadt.

Was weniger gefällt:
Keine Automatik in Kombination mit Allrad.

Was überrascht:
Wie kommod man auf kleinem Raum nicht nur übernachten kann.

Perfekt für:
Die kleinen Fluchten aus dem Alltag und die weite Reise abseits ausgetretener Pfade.

Aufgerufen am 02.08.2021 um 08:23 auf https://motor.sn.at/autotest/vw-caddy-california-kasten-zum-reisen-und-rasten-106160779

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