Motorrad

BMW R 18 - Bayerischer Big Boxer

Der Retro-Cruiser BMW R 18 im Test.

R 18 – eine Hommage an historische BMW-Motorräder. SN/armin hoyer
R 18 – eine Hommage an historische BMW-Motorräder.

BMW steigt mit der R 18 wieder in den Cruiser-Markt ein. Dies sind jene lässigen Motorräder mit langem Radstand, großvolumigem Motor, breitem Lenker und aufrechter Sitzposition, deren Wurzeln in den USA der 30er-Jahre liegen. BMW hat in den Retro-Cruiser dazu Design- und Technikelemente seiner legendären R 5 aus dem Jahr 1936 einfließen lassen. Zur Markteinführung gibt es die in Berlin-Spandau gefertigte R 18 als Sondermodell "First Edition", welches mit umfangreicher Chrom-Zusatzausstattung aufwartet.
Beim Betätigen des Startknopfs erwacht der 1802 ccm große Zweizylinder-Boxermotor mit einem kräftigen Rütteln, um dann nahezu vibrationsfrei mit sonorem Auspuffgeräusch zu laufen. Der größte je von BMW gebaute Boxer bringt inklusive Getriebe stolze 111 Kilogramm auf die Waage. Dank des gewaltigen Hubraums steht bereits zwischen 2000 und 4000 U/min stets ein Drehmoment von 150 Nm zur Verfügung, was enormen Durchzug in jeder Lebenslage ermöglicht.

Am wohlsten fühlt sich die R 18 in lang gezogenen Kurven. Das Bike lenkt zwar auch in engere Radien bereitwillig ein, dabei ist jedoch schnell das Limit der Schräglagenfreiheit erreicht und man schleift mit den austauschbaren Dornen der Fußrasten am Asphalt entlang. Das Fahrwerk ist angenehm straff ausgelegt. Vorn ist eine Teleskopgabel mit 49 Millimetern Standrohrdurchmesser verbaut, die Vorspannung des Cantilever-Federbeins an der Hinterradschwinge ist bei Bedarf einstellbar.

Die Bremse erfordert eine kräftige Hand, verzögert dann aber sehr gut. Die Anlage ist mit dem BMW-Integral-Motorrad-ABS ausgestattet, bei dem der Handbremshebel die Vorderrad- und Hinterradbremse gemeinsam aktiviert und die Bremslastverteilung an die dynamische Radlastverteilung angepasst wird. Neben dem optionalen Berganfahrassistenten ist auch eine Rückfahrhilfe verfügbar. Ein eigener Elektromotor hilft dabei, das 345 Kilogramm schwere Motorrad rückwärts zu manövrieren, was sich schon bei leichter Steigung als sehr hilfreich erwies. Das Retrodesign der R 18 mit Starrrahmenoptik ist insgesamt sehr stimmig. Dazu zählt auch das klassische Rundinstrument mit Multifunktionsdisplay, welches Auskunft über die wichtigsten Fahrparameter gibt. Wie es sich für diese Motorradgattung gehört, bietet BMW ein umfangreiches Customizing-Programm zur Individualisierung der R 18 an.

Im Test: BMW R 18 First Edition

Zweizylinder-Viertakt-Boxermotor, 1802 ccm Hubraum, 6-Gang, 67 kW/91 PS, Verbrauch: 5,6 l, CO2: 129 g/km, im Test: 6,0 l, Preis ab 26.490 Euro, Testfahrzeug: 29.081 Euro.

Was gefällt:
Retrodesign mit umfangreichen Chrom-Paket, hochwertige Materialanmutung, drehmomentstarker Motor.

Was weniger gefällt:
Die geringe Schräglagenfreiheit ist gewöhnungsbedürftig.

Was überrascht:
Dass BMW erst jetzt wieder in den Cruiser-Markt einsteigt.

Perfekt für:
Retroliebhaber, die auf modernste Technik nicht verzichten möchten.


Quelle: SN

Aufgerufen am 27.11.2020 um 09:40 auf https://motor.sn.at/motorrad/bmw-r-18-bayerischer-big-boxer-95160589

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