Motorrad

BMW R nineT: Klassischer Boxer

Die BMW R nineT entwickelt sich behutsam weiter. Frischzellenkur für das bayerische Retro-Bike.

BMW R nineT – mit frischem Wind durch die neue Saison. SN/armin hoyer
BMW R nineT – mit frischem Wind durch die neue Saison.

Im Zuge des 90-Jahr-Jubiläums von BMW Motorrad wurde die R nineT im Jahr 2013 erstmals vorgestellt. Darauf folgten mehrere vom Basismodell abgeleitete Varianten. Für die heurige Saison wurde die Baureihe technisch überarbeitet. Das zeitlose Design des klassischen Roadsters blieb bis auf neue Farbkombinationen nahezu unverändert. Im Falle des Testfahrzeugs ist das eine matte Lackierung in Schwarz und Rot sowie mattes und am Tank gebürstetes Aluminium, das sehr edel wirkt. Die beiden klassischen Rundinstrumente mit Tachometer und Drehzahlmesser sind übersichtlich gestaltet und beschränken sich auf die wesentlichen Informationen, welche auch auf zwei LCD-Displays angezeigt werden. Der traditionelle Rundscheinwerfer mit integriertem Tagfahrlicht verfügt über modernste LED-Technik und adaptives Kurvenlicht.

Verbesserter Durchzug im mittleren Drehzahlbereich

Beim Starten des 1170 ccm großen Zweizylinder-Boxers geht ein kurzes Rütteln durch das Motorrad. Ab 2000 Touren steht ordentlich Kraft zur Verfügung und lädt damit zum schaltfaulen Fahren ein. Durch Überarbeitung der Zylinderköpfe wurde der Leistungs- und Drehmomentverlauf vor allem im Bereich von 4000-6000 Touren verbessert, was sich im Durchzug positiv bemerkbar macht. Der Sound aus dem serienmäßigen Akrapovic-Endschalldämpfer ist kernig, wird dabei aber nie aufdringlich. Man sitzt aufrecht mit nahezu gestreckten Armen auf dem Bike. Die Sitzbank ist mit einer Höckerabdeckung ausgestattet. Optional ist auch ein Soziussitz verfügbar.

Hohe Stabilität durch straffe Abstimmung

Die entspannte Sitzposition lädt zum genussvollen Cruisen ein. Man darf sich davon aber nicht täuschen lassen. Die R nineT liebt auch kurviges Geläuf. Das Bike lenkt bereitwillig ein und bietet mit seiner straffen Fahrwerksabstimmung hohe Stabilität. Die Schräglagenfreiheit ist dabei vollkommen ausreichend. Als wichtiges Sicherheitsfeature ist das Kurven-ABS mit dynamischem Bremsassistenten jetzt serienmäßig. Optional erhältlich sind die schräglagenabhängige Traktionskontrolle und Motor-Schleppmoment-Regelung, die den Roadster beim Beschleunigen und Verzögern noch sicherer in der Spur halten.

Komfortable Temporegelung

Die Bedienung des Tempomaten funktioniert äußerst intuitiv. Ist dieser erst einmal aktiviert, reicht ein kurzes Tippen auf eine links oben auf der Lenkerarmatur angebrachte Taste, um die aktuell gefahrene Geschwindigkeit zu übernehmen. Die elektrischen Heizgriffe steigern den Komfort an kalten Tagen. Unter dem Begriff "Option 719" bietet BMW ab Werk eine Vielzahl an Individualisierungsmöglichkeiten für die R nineT an - darunter die exklusive Lackierung des getesteten Bikes und mehrere hochwertige Frästeilpakete.

Im Test: BMW R nineT

Retro-Bike mit Zweizylinder-Boxer-Motor, 1170 ccm, 80 kW/109 PS bei 7250 U/min, 116 Nm bei 6000 U/min, Sechsganggetriebe, Verbrauch/100 km nach WMTC: 5,1 l, CO2: 119 g/km, im Test: 5,2 l, Preis ab: 18.700 Euro, Testfahrzeug: 20.849 Euro.

Was gefällt:
Klassische Hülle mit modernster Technik.

Was weniger gefällt:
Der fehlende Schaltassistent, der auch als Sonderausstattung nicht erhältlich ist.

Was überrascht:
Wie hochwertig ein Motorrad verarbeitet sein kann.

Perfekt für:
All jene, die neben genussvollem Cruisen auch sportlich unterwegs sein möchten.

Aufgerufen am 02.08.2021 um 09:00 auf https://motor.sn.at/motorrad/bmw-r-ninet-klassischer-boxer-106165003

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