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Akkus beim Renault Zoe als Dauerläufer

Über 99 Prozent der im Renault Zoe verbauten Akkus funktionieren heute noch. Der seit 2013 gebaute Kleinwagen beweist die erstaunliche Haltbarkeit der Batterien.

Als eines der meistverkauften Elektroautos in Europa bietet der Renault Zoe besonders standfeste Akkus. SN/renault
Als eines der meistverkauften Elektroautos in Europa bietet der Renault Zoe besonders standfeste Akkus.

Mit dem BMW i3 wird noch in diesem Sommer die Produktion eines der dienstältesten Elektrofahrzeuge der Welt eingestellt. Mit dem Renault Zoe sorgt derweil ein anderer Stromer, der wie der Elektro-Kleinwagen aus München bereits im Jahr 2013 seine Premiere feierte, für positive Schlagzeilen. Denn geht es nach Informationen des Herstellers Renault, so sind über 99 Prozent aller jemals im Renault Zoe verbauten Lithium-Ionen-Akkus noch voll funktionsfähig. Dies gelte für sämtliche Batteriegrößen - vom 22-kWh-Akkupaket der ersten Produktionsjahre bis hin zur aktuellen 52-kWh-Batterie.

Mindestakkukapazität von 70 Prozent des Kaufwertes selten erreicht

Diese durchaus selbstbewusste Ansage ist schon deswegen bemerkenswert, da die Sorge vor einem frühzeitigen Leistungsverlust der Akkus und dem damit verbundenen finanziellen Risiko nach wie vor viele Autokäufer vor dem Wechsel zur Elektromobilität zurückschrecken lässt. Dabei gewährt die französische Marke auf alle Batterien eine Garantie von acht Jahren oder 160.000 Kilometer. Über diesen Zeitraum beziehungsweise über diese Distanz garantiert der Hersteller - wie praktisch alle anderen Anbieter von Elektroautos auch - eine Mindestkapazität von 70 Prozent des bei Erwerb des Fahrzeugs vorhandenen Werts. Chemische Prozesse sind dafür verantwortlich, dass Lithium-Ionen-Batterien mit der Zeit an Speicherkapazität einbüßen.

Über den von Renault garantierten Rahmen hinaus ist das laut dem Unternehmen bis dato nur extrem selten eingetreten: Weniger als ein Prozent der jemals in Deutschland ausgelieferten Zoe-Akkus unterschritt bisher die Marke von 70 Prozent und mussten deshalb ausgetauscht werden. Auf Nachfrage bestätigte man, dass diese Werte auch in Österreich und der Schweiz erreicht wurden. Unter die 99 Prozent fallen auch Fahrzeuge, deren Batteriegarantie bereits abgelaufen ist, wie man seitens des Herstellers betont.

Die Batterien der 2. Generation sollen Leistungsfähigkeit nicht verlieren

Für die zweite Generation des in der französischen Region Île-de-France hergestellten Renault Zoe E-Tech werden eigenen Angaben zufolge ausschließlich Lithium-Ionen-Batterien mit hoher Energie- und Leistungsdichte verwendet. Ein intelligentes Batterie-Managementsystem misst bei den Stromspeichern die Temperatur und Spannung jeder einzelnen Akkuzelle und stellt so sicher, dass diese im Betrieb weder überhitzt noch zu kalt werden und damit potenziell an Leistungsfähigkeit verlieren. Das schont auf lange Sicht die Zellchemie und schafft die Grundlage für ein langes und komplikationsfreies Batterieleben.

Bei Batteriedefekt wird repariert

Im Fall eines Batteriedefekts unterscheidet Renault, ob das Akkupack zusammen mit dem Fahrzeug gekauft oder separat gemietet wurde. Letzteres war ein bis Ende des Jahres 2020 verfügbares Angebot, bei dem sich der Mietpreis nach Laufzeit und Laufleistung richtete. Handelt es sich um eine Mietbatterie, erhält der Kunde eine gebrauchte, "aber voll funktionsfähige" Batterie, deren Zustand die Garantiebedingungen erfüllt. Wenn es sich lohnt, wird der alte Stromspeicher repariert und wieder in den Kreislauf zurückgeführt, entweder erneut als Antriebsspeicher für ein Elektrofahrzeug oder für stationäre Anwendungen. Anders bei Kaufbatterien: Hier schickt Renault die Batterie immer zur Reparatur und lässt sie anschließend wieder in das Fahrzeug einbauen. Ein Batterietausch erfolgt nur, wenn die Reparaturkosten den Batteriewert übersteigen. Batterien ließen sich häufig durch den Ersatz einzelner Module wieder in einen uneingeschränkt alltagstauglichen Zustand versetzen, wie Renault per Aussendung mitteilt. Dies sei viel günstiger als der Wechsel des kompletten Akkupakets und deshalb besonders wichtig für Kunden, deren Elektrofahrzeuge die Garantiezeit auf die Batterie schon überschritten haben. Man verwende hierfür ausschließlich neue Module. Die Batterie des aktuellen Zoe besteht aus zwölf solchen Einheiten, die jeweils 16 Elementarzellen enthalten und im gleichen Gehäuse untergebracht sind. Renault-Werkstätten können den Zustand der Antriebsbatterien mit einem Diagnosewerkzeug ermitteln. Künftig soll dies über die App My Renault auch für die E-Fahrzeug-Halter selbst möglich sein.

Aufgerufen am 02.10.2022 um 11:58 auf https://motor.sn.at/news/akkus-beim-renault-zoe-als-dauerlaeufer-122065195

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