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Audi Charging Hub eröffnet in Salzburg

In Nürnberg testet Audi das neue Konzept, um E-Autos im öffentlichen Raum zu laden. Bis Jahresende eröffnet ein Standort auch in Salzburg.

Der Audi Charging Hub in Nürnberg. Der Standort in Salzburg ist wesentlich kleiner geplant. SN/audi ag
Der Audi Charging Hub in Nürnberg. Der Standort in Salzburg ist wesentlich kleiner geplant.

Der Mangel an leistungsstarker Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum ist in Städten die größte Hürde für die Elektromobilität. Und vor allem in dicht bebauten Gebieten ist es nicht selten das vorhandene Stromnetz, das den geplanten Ausbau massiv verzögert.

Anfang des Jahres startete Audi in Nürnberg mit dem sogenannten Charging Hub ein Pilotprojekt für all jene, die keine Möglichkeit haben, das E-Auto in der eigenen Garage oder im Carport zu laden. Die flexiblen Containerwürfel lassen sich kurzfristig auf bestehenden Flächen auf- und wieder abbauen und bieten je Einheit zwei Schnellladepunkte. Der Clou des Projekts: Dank eines 2,45 Megawattstunden großen Zwischenspeichers benötigt die erste Anlage dieser Art in Nürnberg gerade einmal einen 200-Kilowatt-Anschluss an das Niederspannungsnetz, um die Speichermodule kontinuierlich zu füllen. Dennoch lassen sich bis zu sechs vollelektrische Fahrzeuge gleichzeitig mit rund einem Megawatt Leistung aufladen. Als Stromspeicher fungieren gebrauchte Lithium-Ionen-Batterien - sogenannte Second-Life-Batterien, die aus zerlegten Erprobungsfahrzeugen von Audi stammen. Photovoltaikmodule auf dem Dach liefern zusätzlich bis zu 30 kW grüne Energie. "Die Zahlen und das positive Kundenfeedback zeigen, dass unser Konzept, eine flexible und premiumgerechte Schnellladeinfrastruktur im städtischen Raum anzubieten, voll aufgegangen ist", sagt Ralph Hollmig, Projektleiter für den Audi Charging Hub.

Zweiter Charging Hub in Zürich geplant

Rund 3100 Ladevorgänge registrierte Audi von Jänner bis Ende April 2022 am Nürnberger Standort während der Pilotphase der weltweit ersten Schnellladestation mit sechs reservierbaren High-Power-Charging-Ladeplätzen; im Schnitt sind das 24 Ladevorgänge mit rund 800 kWh pro Tag. Zudem besuchten täglich durchschnittlich 35 Personen die rund 200 Quadratmeter große, barrierefreie Lounge, zu der auch eine 40 Quadratmeter große Terrasse über den Ladecubes gehört - Tendenz weiter steigend. Das komfortable und per App reservierbare Ladeerlebnis mit Lounge sowie attraktivem Bewirtungsangebot wird positiv aufgenommen. Auf Basis des großen Erfolgs plant man bei Audi, demnächst in Zürich einen zweiten Charging Hub zu eröffnen. Anders als in Nürnberg, wo der Standort bewusst im Bereich einer viel befahrenen Stadteinfahrt gewählt wurde, soll der Standort in der Schweiz wesentlich kompakter und damit kompatibel mit den knappen Platzverhältnissen in Innenstädten ausfallen. Geplant ist deshalb eine Variante mit vier überdachten Ladepunkten an zwei Powercubes.

Flexibles Konzept passt sich an den Standort an

Zwei 55 Zoll große Bildschirme werden unter anderem auf die umfangreiche Servicelandschaft rund um den Hub hinweisen - dazu zählen zahlreiche Food- und Fitnessangebote sowie ein E-Bike-Sharing in unmittelbarer Nähe. Die im Vergleich zu Nürnberg kompaktere Variante des Audi Charging Hub in Zürich basiert ebenfalls auf dem Baukastenprinzip, nach dem sich verschiedene Größen eines Lade-Hub mit und ohne Lounge realisieren lassen. "Auf diese Weise sind wir in der Lage, flexibel auf die Gegebenheiten am Standort zu reagieren", so Audi-Projektleiter Hollmig.

"Die Zahlen zeigen, dass unser Konzept voll aufgegangen ist." Ralph Hollmig, Projektleiter

Als wichtiger Autostandort und Stammsitz des größten Händlerbetriebs Europas steht neben Berlin auch Salzburg auf der Liste jener Städte, die in naher Zukunft einen Charging Hub bekommen werden. Geht es nach den Planungen des Herstellers aus Ingolstadt, so steht der Zeitplan bereits fest: Bis Ende 2022 soll die komfortable Ladelösung in der Stadt Salzburg ihren Betrieb aufnehmen. Auch ein Standort sei bereits gefunden, auf Nachfrage verweist man jedoch auf die noch ausstehende Baugenehmigung der Behörde, der man keinesfalls vorgreifen wolle. Fest steht jedoch, dass der Standort in Salzburg keine eigene Gastronomie anbieten wird. Stattdessen strebt man Partnerschaften mit Betrieben in der näheren Umgebung an.

Die Preise fürs Laden hängen übrigens vom Tarif jener Ladekarte ab, die für den Charging Hub verwendet wird. Und bis auf Weiteres ist es auch geplant, die Audi-Ladestationen für alle Marken offen zu halten.

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