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Autobahnassistenten im Test - Wie sicher sind die Assistenten?

Euro NCAP testet erstmals Technologie für automatisiertes Fahren. Dabei wurden Spurhalteassistent, Tempomat und Abstandsregler bewertet.

Aggressives Fahrverhalten äußert sich in Form von dichtem Auffahren. SN/apa
Aggressives Fahrverhalten äußert sich in Form von dichtem Auffahren.

Auf dem Fliegerhorst Penzing bei Landsberg am Lech herrschte Hochbetrieb, als Euro NCAP (European New Car Assessment Programme) erstmals Assistenzsysteme in seine Sicherheitsbewertung mit einbezog. Die Organisation europäischer Verkehrsministerien, Mobilitätsclubs und Versicherungsverbände (Brüssel) testete bisher schon Geschwindigkeitsassistenten.

Die automatische Abstandsregelung im Test

Die automatische Abstandsregelung des Autobahnassistenten wird in einer erweiterten Fassung des Euro-NCAP-Tests von Notbremsassistenten bei Annäherungsgeschwindigkeiten getestet, wie sie auf europäischen Autobahnen vorkommen. Diese Systeme sind darauf ausgelegt, die Geschwindigkeit bei Annäherung an ein langsamer fahrendes oder bremsendes Fahrzeug anzupassen, und schneiden in diesen Tests üblicherweise gut ab. Allerdings arbeiten die Systeme in Tests, bei denen sich das Testfahrzeug einem stehenden Fahrzeug nähert, nicht alle gleich zuverlässig.
Geprüft wurden jetzt im erweiterten Verfahren die Modelle Audi A6, BMW 5er, DS 7 Crossback, Ford Focus, Hyundai Nexo, Mercedes C-Klasse, Nissan Leaf, Tesla Model S, Toyota Corolla und Volvo V60. Den Unterstützungsgrad der automatischen Abstandsregelung bewertete die Verbraucherschutzorganisation beim DS und beim BMW als gering. Die Kontrolle lag in erster Linie beim Fahrer. Bei Audi, Ford, Hyundai, Mercedes, Toyota, Nissan und Volvo war das Verhältnis zwischen fahrerseitiger Kontrolle und Systemunterstützung ausgewogen, befand Euro NCAP. Dagegen besteht bei Tesla die Gefahr einer übermäßigen Abhängigkeit vom Assistenzsystem, da die Kontrolle in erster Linie beim Fahrzeug liegt.

Herausforderungen:

Die größte Herausforderung für solche Fahrerassistenzsysteme sind Tests mit Szenarien wie Einscheren und Ausscheren. Beim Einschertest wechselt ein Fahrzeug von der benachbarten Fahrspur knapp vor dem Testfahrzeug auf dessen Spur. Hier wird eine Alltagssituation simuliert. Ein aufmerksamer Fahrer wird ein solches Manöver in der Regel frühzeitig erkennen und seine Geschwindigkeit entsprechend verringern. Beim Ausscherszenario verlässt ein vorausfahrendes Auto plötzlich seine Fahrspur, um einem stehenden Fahrzeug auszuweichen. Das System hat hierbei nur wenig Zeit, die Situation zu erkennen und entsprechend zu reagieren.

Die Spurhaltefunktion im Test

Eine zweite Versuchsreihe wurde entwickelt, um die Spurhaltefunktion zu beurteilen, die den Fahrer laufend dabei unterstützt, das Fahrzeug in der Mitte der Fahrspur zu halten. Der Grad der Lenkunterstützung durch das jeweilige System wird im so genannten S-Kurven-Test bei verschiedenen Geschwindigkeiten getestet. In einem weiteren Versuch wird der Lenkaufwand gemessen, den der Fahrer zum Umfahren eines kleinen Hindernisses auf der Straße, zum Beispiel eines Schlaglochs, aufbringen muss. Ein gutes Assistenzsystem unterstützt den Fahrer auch während des Manövers, das heißt, es setzt sich weder über den Fahrer hinweg noch schaltet es ab.
Im S-Kurventest wurde eine große Bandbreite der Unterstützungsgrade durch die jeweiligen Fahrerassistenzsysteme festgestellt. Das Tesla-System erzeugt auch hier potenziell eine übermäßige Abhängigkeit. Im "Schlagloch"-Szenario arbeiteten Fahrer und System bei allen Testfahrzeugen, bis auf Tesla, beim Lenken und Bewältigen der Situation zusammen. Das Tesla-System erlaubt dem Fahrer nicht, von der Fahrspur abzuweichen, und schaltet sich ab, sobald der Fahrer einen Lenkbefehl gibt. Auch hier besteht die Gefahr, dass sich der Fahrer zu sehr auf das System verlässt.

Herausforderungen:

Ein- und Ausscherszenarien sind die größten Herausforderungen in den NCAP-Tests. Alle Fahrzeuge hatten hier starke Defizite. Keines der Systeme konnte unterstützen, und Unfälle konnten nur dadurch vermieden werden, dass ein aufmerksamer Fahrer bremste oder der Gefahr auswich. Da in einer Umfrage über 70 Prozent der Verbraucher angegeben haben, dass selbstfahrende Autos bereits auf dem Markt seien, stellte Euro-NCAP-Generalsekretär Michiel Van Ratingen klar: "Das Fazit aus diesen Tests ist eindeutig: Auch bei Fahrzeugen mit hochentwickelten Assistenzsystemen bedarf es eines stets konzentrierten und aufmerksamen Fahrers."

Quelle: SN

Aufgerufen am 16.12.2018 um 08:52 auf https://motor.sn.at/news/autobahnassistenten-im-test-wie-sicher-sind-die-assistenten-61515928

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