News

Der Risikofaktor ist der Akku

Bei gebrauchten Elektroautos und E-Bikes ist Vorsicht geboten. Der Zustand des Akkus entscheidet über Schnäppchen oder Kostenfalle.

Bei gebrauchten E-Autos hängt der Preis großteils vom Zustand des Akkus ab. Deshalb sollte die tatsächliche Batteriekapazität von einem Experten überprüft werden.  SN/volkswagen ag
Bei gebrauchten E-Autos hängt der Preis großteils vom Zustand des Akkus ab. Deshalb sollte die tatsächliche Batteriekapazität von einem Experten überprüft werden.

Der Markt für gebrauchte Elektrofahrzeuge ist auf den ersten Blick nur
etwas für Mutige. Gerade einmal 2900 gebrauchte Elektrische wechselten im Vorjahr den Besitzer. Das liegt zum Teil am geringen Alter des E-Auto-Bestands, aber auch an den hohen Preisen, die man für einen rein elektrisch angetriebenen Gebrauchten hinblättern muss. "Der größte Unsicherheitsfaktor ist allerdings die Leistung des gebrauchten Akkus", erklärt ÖAMTC-Techniker Thomas Stix. "Das teuerste an einem Elektroauto ist die Batterie. Und tatsächlich verliert der Akku im Laufe der Jahre an Kapazität und damit das Auto an Reichweite. Es gibt von Seiten der Hersteller allerdings eine Garantie auf die Batterie. Meist sind das acht Jahre oder 160.000 Kilometer - je nachdem, was zuerst eintritt", sagt der ÖAMTC-Techniker.

Bis zu diesem Zeitpunkt wird eine gewisse Mindestkapazität garantiert. Gebunden ist diese Garantie - wie bei allen anderen Teilen - an die vorgeschriebenen jährlichen Servicetermine. Beim Kauf eines gebrauchten Elektroautos also immer auf ein lückenloses Serviceheft achten. Grundsätzlich kann die tatsächliche Akkukapazität von jeder Markenwerkstatt ausgelesen werden. "Vorsicht ist allerdings beim Privatkauf geboten. In diesem Falle sollte man unbedingt eine ausgiebige Probefahrt machen, die mit vollem Akku startet. Die im Auto angezeigte Restreichweite passt sich Fahrstil und Temperatur an, sodass man nach rund 50 Kilometern Kapazität und Reichweite in der Regel gut einschätzen kann."

Grundsätzlich rechnet der ÖAMTC-Experte mit fallenden Preisen für die kommenden Jahre. "Sobald neue, billigere E-Modelle mit größerer Reichweite auf den Markt kommen, wird es das ein- oder andere Schnäppchen geben." Neben dem Zustand des Akkus entscheiden noch weitere Features über den Preis. Außer der Reichweite hat vor allem die mögliche Ladeleistung einen Einfluss auf den tatsächlichen Praxiswert. Stix: "Bei früheren Modellen war eine Schnelllade-Möglichkeit oft nur gegen Aufpreis zu haben."

Während sich die Nachfrage nach gebrauchten Elektroautos vergleichsweise noch in Grenzen hält, boomt der Markt gebrauchter E-Bikes. "Wer nun am Gebrauchtmarkt nach günstigen E-Bikes sucht, sollte aufpassen, dass er nicht die Katze im Sack kauft", gibt ÖAMTC-Techniker Dominik Darnhofer zu bedenken. Hauptrisikofaktor ist auch hier der wahre Akkuzustand. "Manche Fachhändler bieten eine Akkudiagnose an. Oft wird bei einem Service ein Diagnosebericht erstellt. Ist keiner vorhanden, sollte man eine mögliche Ersparnis beim Gebrauchtkauf den Kosten für den Kauf eines neuen Akkus gegenüberstellen", empfiehlt Darnhofer.

Ein wichtiger Aspekt bei E-Bikes ist illegales Tuning: "E-Bikes können von Profis mit einem Chip getunt werden", erklärt der Experte. "Das ist nicht nur verboten, sondern extrem gefährlich, weil Akku, Motor und Bremsen nicht für die höheren Belastungen vorgesehen sind." Neben Fachwerkstätten können auch die Hersteller und die Polizei verbotenes Chip-Tuning nachweisen.

Quelle: SN

Aufgerufen am 21.07.2019 um 12:09 auf https://motor.sn.at/news/der-risikofaktor-ist-der-akku-70035202

Schlagzeilen