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Ist die Zeit reif für das Apple Car?

Hyundai verhandelt mit Apple, Sony testet seinen Prototyp in Österreich. Immer mehr branchenfremde Unternehmen zeigen Interesse am Bau eines eigenen Elektroautos.

Angekündigte Sensationen finden bekanntlich nur selten statt. Im Oktober 2019 hatte James Dyson, seines Zeichens Gründer des gleichnamigen Staubsauger-Imperiums, den Bau eines eigenen Elektroautos angekündigt. Wenige Monate und satte 2,3 Milliarden investierter Euro später wurde das intern "N526" genannte Projekt dann ebenso überraschend wieder beendet. Es läge nicht am Produkt, sondern an der wirtschaftlichen Umsetzbarkeit, ließ der reichste Mann Großbritanniens ausrichten. Der 2,6 Tonnen schwere Stromer mit 540 PS und einer kolportierten Reichweite von annähernd 1000 Kilometern hätte laut Dyson 170.000 Euro kosten müssen, um profitabel zu sein.

Sony - elektrisch angetriebene Limousine

Dass dieser Tage längst nicht jeder Presseaussendung auch tatsächlich Taten folgen, ändert nichts an der Tendenz, dass sich immer mehr Unternehmen, die bis dato keine Berührungspunkte mit der Automobilindustrie hatten, plötzlich gesteigertes Interesse an ebendieser zeigen. Bereits vor rund einem Jahr präsentierte der japanische Elektronik-Konzern Sony auf der CES in Las Vegas den Prototyp einer elektrisch angetriebenen Limousine. Ursprünglich hätte das Fahrzeug lediglich als Technologieträger für Innovationen im Bild- und Sensorbereich dienen sollen. So hat der "Vision S" nicht weniger als 33 Sensoren installiert, um Personen und Objekte innerhalb und außerhalb des Fahrzeugs zu erkennen und eine hoch entwickelte Fahrunterstützung zu bieten. Dazu kommt eine ganze Reihe von Telekommunikations- und Cloud-Technologien. Ein besonderer Fokus lag zudem auf dem Thema "Human Machine Interface", also der Bedienbarkeit des Autos. An der Entwicklung des E-Autos war neben den deutschen Zulieferern Bosch, Continental und ZF auch Magna Steyr aus Graz beteiligt. Das erklärt auch, warum die fürs vierte Quartal 2020 avisierten Testfahrten im letzten Dezember in Österreich stattgefunden haben, wie ein neues Onlinevideo beweist. Im Zuge der Veröffentlichung des aktuellen Bild- und Videomaterials wurden auch technische Daten zum Fahrzeug publik. So bietet die 2,3 Tonnen schwere Limousine Platz für vier Personen. Elektromotoren in Front und Heck sorgen für Allradantrieb, neben einer Luftfederung verfügt das Modell auch über eine 5G-Mobilfunkanbindung, welche superschnelle Over-the-Air-Software-Updates ermöglichen soll.

Ein autonom fahrendes Elektroauto von Apple

Wie ernst es Sony mit dem Vision S tatsächlich meint, ist derzeit ebenso Gegenstand wilder Spekulationen wie die vermeintlichen Pläne des Technologiekonzerns Apple, ein autonom fahrendes Elektroauto auf den Markt zu bringen. Gerüchte dazu kursieren bereits seit mehreren Jahren. Fakt ist, dass man sich in der Firmenzentrale nachweislich konkret mit dem Thema beschäftigt. Geht es nach der Nachrichtenagentur Reuters, so plant Apple gemeinsam mit dem koreanischen Hersteller Hyundai eine Partnerschaft zum Bau eines gemeinsamen Autos. Bekannt gegeben solle diese bereits im kommenden März werden, die Produktion des "Apple Car, made by Hyundai" wäre bereits 2024 möglich. Bei Bloomberg vertritt man hingegen die Meinung, die Entwicklung eines gemeinsamen Fahrzeugs, für das Hyundai vor allem die Akku-Technologie beisteuern könnte, würde zumindest noch fünf bis sieben weitere Jahre dauern.

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