News

Škoda meint es ernst mit Elektro

Zum 125. Firmenjubiläum möchte Škoda das E-Auto in die Mitte der Gesellschaft holen. Das elektrische SUV Enyaq iV bietet alle markentypischen Stärken - inklusive eines Kampfpreises.

Es war eine Weltpremiere unter besonderen Vorzeichen. Anders als noch bei der Vorstellung des neuen Octavia vor gut einem Jahr war die O2-Arena in Prag zur Präsentation des Enyaq iV mit ein paar Hundert Journalisten nur mäßig gefüllt. Was allerdings nicht am mangelnden Interesse lag - ganz im Gegenteil: Coronabedingt streng limitiert und konsequent durchgetestet waren die Medienvertreter vor Ort nur die exklusive Spitze des Eisbergs. Der große Rest verfolgte die Vorstellung des ersten Elektroautos von Škoda notgedrungen online via Livestream. Wobei, streng genommen ist der Enyaq iV gar nicht der erste rein elektrische Škoda. Bereits seit dem Vorjahr ist der Kleinwagen Citigo iV auf unseren Straßen unterwegs. Der erste Hybrid der Marke geht sogar auf das Jahr 1908 zurück: Der Laurin & Klement E hatte damals anstatt des Getriebes einen E-Motor, der 28-PS-Benziner lieferte lediglich den notwendigen Strom. Sein Erfinder, der "tschechische Edison" František Křižík, war auch an der Einführung der elektrischen Straßenbahn beteiligt.

Zurück zur Gegenwart - oder besser gesagt: Zukunft. Der Enyaq iV ist das erste Auto auf Basis des Modularen E-Antriebs-Baukastens (MEB) von Volkswagen, das kein VW ist und darüber hinaus auch nicht in Deutschland gebaut wird. Spannend: Anders als die Muttermarke VW verfolgt Škoda beim ersten reinen Stromer eine gänzlich andere Strategie. Anstatt einer neuen, eigenständigen Baureihe wie beim ID.3 bauen die Tschechen bewusst auf den Eigenschaften und dem Design der konventionellen Modelle auf. Bedenkt man den fast kometenhaften Aufstieg der Marke aus Mladá Boleslav, könnte diese Strategie aufgehen. Schließlich bietet die technische Basis beste Voraussetzungen, um die bekannten Stärken von Octavia & Co. - Design, Geräumigkeit und die beliebten "Simply Clever"-Details - zukunftsfit zu machen. So ist der Enyaq kürzer als ein aktueller Octavia, bietet innen aber annähernd so viel Platz wie der große Kodiaq, schafft allerdings den gleichen Wendekreis wie der kleine Scala. Auch beim Preis meint man es offenbar ernst: Für die günstigste Variante Enyaq 50 iV mit 150 PS und 340 Kilometern Reichweite nennt Škoda-Pressesprecher Gregor Waidacher einen Einstiegspreis von unter 35.000 Euro. Die Markteinführung erfolgt im Frühjahr 2021, bestellbar wird der Enyaq allerdings bereits ab Oktober sein. Bedenkt man, dass die aktuelle E-Mobilitätsförderung zumindest noch bis Jahresende gilt, so bekommen Schnellentschlossene ihren Enyaq bereits ab knapp unter 30.000 Euro - für ein 4,6 Meter langes, fünfsitzige SUV mit markentypisch hochwertiger Ausstattung ein echter Kampfpreis.

Darüber darf es natürlich gern etwas mehr sein. Insgesamt bietet Škoda drei Batteriegrößen und fünf Leistungsvarianten an. Bei den beiden stärksten Versionen kommt zusätzlich zum Elektromotor an der Hinterachse ein zweiter E-Motor an der Vorderachse hinzu, was den Enyaq zum Allradler macht. Über dem 60 iV (180 PS, 390 Kilometer Reichweite, Einstieg unter 40.000 Euro) rangiert der 80 iV mit 204 PS und einer Reichweite von maximal 510 Kilometern nach WLTP. Der soll knapp unter 45.000 Euro beginnen. Der Allradler 80x iV und das sportliche Topmodell Enyaq RS iV mit 305 PS rollen ab Sommer 2021 zu den Händlern.

Mehr Infos und technische Details zum Škoda Enyaq iV gibt es online im SN-Video.

Quelle: SN

Aufgerufen am 23.09.2020 um 08:53 auf https://motor.sn.at/news/koda-meint-es-ernst-mit-elektro-92582539

Kommentare

Schlagzeilen