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Selbstfahrende Autos - Wenn das Auto das Steuer übernimmt

Selbstfahrende Autos sollen die Autos der Zukunft werden. Doch wie weit sind selbstfahrende Autos überhaupt? Alle Fakten auf einem Blick.

Entspannt hinter dem Lenker: In selbstfahrenden Autos sehen zahlreiche Experten die Zukunft.  SN/shutterstock/metamorworks
Entspannt hinter dem Lenker: In selbstfahrenden Autos sehen zahlreiche Experten die Zukunft.

Die USA ist der Vorreiter für selbstfahrende Autos

Die Zündung startet, das Auto fährt los. Statt jedoch das Lenkrad fest in den Händen zu halten und den Straßenverkehr mit Argusaugen zu beobachten, lehnt man sich entspannt zurück. Jetzt hat man Zeit, sich anderen Dingen zu widmen. In selbstfahrenden Autos, die bei der Fortbewegung kein menschliches Zutun benötigen, sehen zahlreiche Forscher und Entwickler die Zukunft der Automobilindustrie. Auch Karl Rehrl vom Institut Salzburg Research, der im Mobilitätsbereich forscht, beschäftigt sich mit automatisierten Autos. "Der Hype rund um selbstfahrende Autos kommt vor allem aus dem Silicon Valley in den USA", berichtet er, "mittlerweile steckt eine sehr große Industrie dahinter und auch traditionelle Autohersteller, für die das Ganze bislang nur ein ,Randthema' war, sind gezwungen, mitzuziehen."

Selbstfahrende Autos werden in Levels eingestuft

Die Entwicklung hin zu selbstfahrenden Autos ist jedoch keine neue. Bereits in Stau- und Abstandsassistenten seien erste Tendenzen zum fahrerlosen Fahren zu sehen. "Wir sprechen hier von Levels: Level eins und zwei sind Fahrzeuge mit bereits üblichen Unterstützungen wie beispielsweise Abstandsassistenten, das heißt, das Fahrzeug kann in bestimmten Situationen die Kontrolle übernehmen." Autos des Levels drei seien bereits imstande, auf einer Autobahn weitestgehend selbst zu fahren - jedoch nur mit der Möglichkeit, sich jederzeit an die hinter dem Lenkrad sitzende und allzeit bereite Person zu wenden, sobald deren Zutun benötigt werde.

Stufe Welche Aufgaben hat der Fahrer?
Level 0 Der Fahrer fährt selbständig
Level 1 Assistenzsysteme, z.B. Tempomat, helfen beim Fahren
Level 2 Teilautomatisiertes Fahren, z.B. Spur halten, Stauassistent, Fahrer überwacht System dauerhaft
Level 3 Hochautomatisiertes Fahren, z.B. Spurwechsler auf der Autobahn, Lenker kann jederzeit Kontrolle übernehmen muss es aber nicht überwachen
Level 4 Vollautomatisiertes Fahren, bei brenzlichen Situationen kann der Fahrer jederzeit die Kontrolle übernehmen
Level 5 Das Auto fährt selbstständig, kein Fahrer notwendig

Die Entwicklung von Selbstfahrenden Autos birgt neue Herausforderungen

Während Fahrzeuge des Levels drei bereits getestet werden und beispielsweise in manchen Teilen der USA und Asiens schon im Straßenverkehr unterwegs sind, liegt Level vier noch in der Zukunft: Bei diesem würde es sich um Autos handeln, die sämtliche Funktionen des Straßenverkehrs bewältigen können. Obwohl man sich bei der Entwicklung von selbstfahrenden Autos bislang weitgehend auf Autobahnen beschränkt, stehen die Entwickler vor einigen Herausforderungen des autonomen Fahrens. "Es ist schwierig, eine entsprechende Software und Sensorik auszubauen, die für alle Situationen gewappnet ist: seien es Wetterbedingungen, seien es die Verkehrsbedingungen, Tunnel, Umleitungen oder Störungen auf der Fahrbahn." Erste Anläufe wird Level vier nach Rehrls Einschätzung möglicherweise über Testabschnitte auf Autobahnen nehmen. "Da wird es dann vielleicht 30 bis 50 Kilometer geben, auf denen Lenker eines entsprechend entwickeltem selbstfahrenden Auto dessen Funktionen nutzen können."

Ein Unfall mit einem selbstfahrenden Auto - wer haftet?

Juristisch werden sich in Level vier Probleme ergeben - während nach der aktuellen Gesetzgebung der Fahrer eines Autos dafür haften muss, wenn er im Straßenverkehr einen Unfall verursacht, kann der Autofahrer für ein Versagen des selbstfahrenden Autos nicht mehr zur Verantwortung gezogen werden. "Automatisierungen, die es bislang gibt - so beispielsweise der Abstandsassistent -, setzen einen stets aufmerksamen Autofahrer voraus, der im Falle des Falles sofort eingreifen kann." Infolgedessen sei hier die Verantwortung für einen Unfall nicht auf das Versagen der Technik übertragbar. Sobald es sich jedoch um ein tatsächlich selbstfahrendes Auto à la Level vier handle, sei vom Insassen des Wagens kaum mehr zu erwarten, selbst weiterhin auf den Verkehr zu achten.

Die Steigerung der selbstfahrenden Autos sind sogenannte Robo-Taxis

Doch ab wann kommen selbtfahrende Autos auf den Markt? "Glaubt man den Aussagen einiger Autohersteller, ist bis 2025 mit Autos zu rechnen, die bereits über eine ganze Reihe von Funktionen eines selbstfahrenden Autos verfügen."
Länger werde es da bis zum Level fünf dauern: sogenannte Robo-Taxis, Roboter Autos. Aufgrund teurer Technologien mit entsprechend erforderlichen Wartungen sei es bei dieser Entwicklungsstufe vermutlich nicht mehr rentabel, noch ein eigenes Auto zu besitzen. Stattdessen geht Rehrl von Robo-Taxis aus, die per Zuruf von A nach B befördern. Eine Alternative zu öffentlichen Verkehrsmitteln solle das jedoch nicht darstellen, "idealerweise wären Robo-Taxis dann ergänzende Verbindungen - beispielsweise von der Haustür bis zur nächstgelegenen S-Bahn-Station".

Von einer lang anhaltenden Skepsis gegenüber selbstfahrenden Autos geht Rehrl nicht aus, "das ist eine Generationenfrage - technologische Neuerungen etablieren sich bei deren Erfolg irgendwann als Standard".

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