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Täglicher Schulweg als lebensgefährliche Bewährungsprobe

ÖAMTC und ARBÖ mahnen Autofahrer zu erhöhter Vorsicht.

Kinder sind im Straßenverkehr besonders gefährdet.Kinder sind im Straßenverkehr besonders gefährdet. SN/bildagentur zolles kg
Kinder sind im Straßenverkehr besonders gefährdet.Kinder sind im Straßenverkehr besonders gefährdet.

Ein Blick in die Verkehrsunfallstatistik zeigt: In Österreich ereigneten sich im Vorjahr 3589 Straßenverkehrsunfälle mit Kindern im Alter zwischen sechs und 15 Jahren, 13 verunglückten tödlich. 510 Verkehrsunfälle - und damit jeder siebte in dieser Altersgruppe - ereigneten sich am Schulweg. In vier von zehn Fällen waren die Kinder als Fußgänger unterwegs, vier Kinder starben 2019 am Weg in oder von der Schule. "Die Zahlen sind alarmierend. Wir appellieren daher an alle Verkehrsteilnehmer, rund um den Schulstart besonders umsichtig zu sein", so der Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit, Othmar Thann. "Mit dem Schulstart sind wieder zahlreiche Erstklässler erstmals selbstständig im Straßenverkehr unterwegs. Hinzu kommt, dass durch das wochenlange Homeschooling im Frühjahr teilweise auch ältere Schüler nur wenig Gelegenheit hatten, sich selbst im Straßenverkehr zurechtzufinden."

ARBÖ-Verkehrspsychologin Patricia Hummer rät, dass Taferlklassler, aber auch ältere Schüler, die in eine andere Schule wechseln, den neuen Schulweg gemeinsam mit den Eltern schon in den letzten beiden Ferienwochen üben. "Der Schulweg wird nicht an einem Tag erlernt, sondern es braucht rund sechs bis zehn Wiederholungen, bis alle Gefahrensituationen am Schulweg auch als solche erkannt werden. Auch Kinder, die den Weg scheinbar gut kennen, sollten die Strecke wiederholen und herausfinden, ob es immer noch die sicherste Variante ist."

Die Verantwortung für die Sicherheit der kleinsten Verkehrsteilnehmer liegt jedoch bei den Erwachsenen. "Kinder ticken anders. Sie haben ein kleineres Sichtfeld, eine verlängerte Reaktionszeit und es kann zu Fehlinterpretationen kommen", erklärt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger. "Unbedingt erforderlich sind deshalb auch die Rücksichtnahme und das Verständnis anderer Verkehrsteilnehmer. Insbesondere Fahrzeuglenker sind aufgefordert, geduldig zu sein und klare Signale zu geben, um einerseits Missverständnisse und andererseits Stress bei den Kindern zu vermeiden."

Jüngere Kinder erkennen nicht immer klar, ob sie gesehen wurden. Dunkle Sonnenbrillen beim Lenker oder Helme mit abgedunkeltem Visier erschweren den Kindern die Erfassung der Blickrichtung zusätzlich. Im Zweifelsfall gilt: Immer anhalten, wenn ein Kind die Fahrbahn queren möchte. Auch Blinkzeichen von Autos können Kinder mangels Erfahrung und Überblick leicht fehlinterpretieren.

Quelle: SN

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