News

Tempolimits in Europa: Andere Länder andere Limits

Europa ist beim erlaubten Tempo nicht vereint. Vor einer Urlaubsfahrt ist das Studium der Vorschriften in den angepeilten Ländern ratsam.

Trügerische freie Fahrt: Auch in Deutschland gibt es fallweise Beschränkungen. SN/Pictures4you - stock.adobe.com
Trügerische freie Fahrt: Auch in Deutschland gibt es fallweise Beschränkungen.

Die Reisewelle auf den europäischen Straßen steuert auf ihre Höhepunkte zu. Wer seine Urlaubskasse nicht unnötig mit Bußgeldern belasten will, sollte sich an die unterschiedlichen Tempolimits halten - denn in vielen Ländern drohen oft hohe Strafen. Autofahrer sollten sich daher laut deutschem ADAC, einem Partnerclub des ÖAMTC, vor der Reise über die jeweiligen Geschwindigkeitsbeschränkungen, vor allem in Durchreiseländern, informieren.

Tempolimits in Frankreich

Aktuell geändert hat sich zum Beispiel in Frankreich mit Stichtag
1. Juli 2018 das Tempolimit auf den rund 400.000 Kilometern Landstraße. Hier dürfen Pkw nur noch 80 km/h statt bislang 90 km/h fahren. Nach mehreren Umfragen sind rund drei Viertel der Französinnen und Franzosen gegen das neue Tempolimit. Es gilt außerhalb von Ortschaften für alle Straßen ohne Mittelleitplanken mit jeweils nur einer Fahrspur pro Richtung.

Um die Grafik zu vergrößern - Bild klicken...

Erklärungen zur Grafik: *abweichende Bestimmungen für Fahranfänger, ** abweichend für Anfänger und bei schlechter Witterung.
Bild: SN/ADAC, Grafik bearbeitet

Tempolimits in Österreich

In Österreich darf auf Landstraßen mit maximal 100 km/h gefahren werden. Allerdings gibt es in der Alpenrepublik eine schleichende Senkung des Limits. Jahr für Jahr werden die Bereiche von Ortsgebieten ausgedehnt. Dann gilt dort Tempo 50. Immer mehr Straßenabschnitte erhalten zudem das 80er-Taferl. Von Lofer in Salzburg bis Wörgl in Tirol etwa gibt es nur noch wenige Kilometer, die mit Tempo 100 befahren werden dürfen.

Andere Regeln für Fahranfänger

Besonders für junge Fahrer gelten in vielen Ländern Europas Sonderregelungen. In Frankreich zum Beispiel dürfen Fahranfänger in den ersten drei Jahren nach Führerscheinerwerb auf Schnellstraßen nur 100 km/h statt 110 km/h und auf Autobahnen nur 110 km/h fahren statt 130 km/h. In Österreich dürfen Führerscheinneulinge in den drei Jahren der Probezeit nach den allgemeinen Limits fahren. Bei ertappter Geschwindigkeitsübertretung kann die Behörde eine Nachschulung anordnen.

Teure Strafen bei Tempoüberschreitungen

Die Unterschiede zwischen einzelnen Ländern sind groß. Schweden regelt das Tempolimit nicht einheitlich. Daher ist hier der ständige Blick auf die ausgeschilderten Geschwindigkeitsbegrenzungen besonders wichtig. Tief in die Tasche greifen müssen Autofahrer in Norwegen, wenn sie die Geschwindigkeit etwa um 20 km/h überschreiten. Hier drohen Bußgelder ab 375 Euro. Teuer wird die Überschreitung auch in Italien (ab 170 Euro), in der Schweiz (ab 155 Euro) und in Großbritannien (ab 115 Euro). Bei Kontrollen können übrigens auch Geldstrafen nachträglich eingetrieben werden. In Italien ist das auch fünf Jahre nach einer gemessenen Überschreitung noch jederzeit möglich - selbst auf einem Flughafen.

Achtung bei Wetterumschwung!

Die vorgeschriebenen Limits sind aber nur eine Seite der Herausforderung im Straßenverkehr. Es geht auch um die Straßenverhältnisse. Nicht überall gibt es spezielle Limits, die explizit "bei Nässe" einzuhalten sind. Wer von einem dramatischen Wetterumschwung während der Fahrt überrascht wird, der sollte unbedingt das Tempo reduzieren, den Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug vergrößern und das Licht einschalten, lautet der Rat des ARBÖ-Rechtsexperten Peter Rezar. Ist die Sicht bei einer Fahrt auf der Autobahn gleich null, muss der Lenker sein Fahrzeug anhalten, obgleich das normalerweise verboten und nicht zu empfehlen ist. "Dafür kann man nicht belangt werden. Niemand kann gezwungen werden, ohne Sicht zu fahren", sagt Rezar. Dies gilt auch für Motorradfahrer, die unter Brücken Zuflucht

Sonderfall Deutschland

Mit Vollgas durch Deutschland glühen, davon träumen viele Zeitgenossen in den anderen europäischen Ländern, in denen durchwegs Limits verordnet sind. Aber auch auf deutschen Autobahnen ist die Freiheit nicht grenzenlos. Es existiert eine Marke von 130 km/h als Richtgeschwindigkeit. Sie ist eine Empfehlung. Lenkerinnen und Lenker werden dadurch angehalten, nicht schneller zu fahren, wenn es die Verkehrslage nicht zulässt. Kommt es zu einem Unfall, der durch Einhaltung der empfohlenen Geschwindigkeit hätte geschmälert oder verhindert werden können, liegt die Beurteilung der Lage im Ermessen des Gerichts. Schneller als 130 gefahren zu sein, kann auch ohne Überschreitung eines extra beschilderten Limits eine Strafe nach sich ziehen.

Quelle: SN

Aufgerufen am 25.09.2018 um 01:29 auf https://motor.sn.at/news/tempolimits-in-europa-andere-laender-andere-limits-39050902

Schlagzeilen