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Verkehrsregeln für Radfahrer - Gefahr bei Radfahrüberfahrten

Oftmals sind die Verkehrsregeln für Radfahrer unbekannt, wann habe ich Vorrang, wo darf ich fahren, wie verhalte ich mich bei Radfahrüberfahrten richtig?

Gegenseitige Rücksichtnahme ist im Verkehr immer wichtig. SN/robert ratzer
Gegenseitige Rücksichtnahme ist im Verkehr immer wichtig.

Maximal 10 km/h sind bei Radfahrüberfahrten erlaubt

Laut StVO dürfen sich Radfahrende einer Radfahrerüberfahrt an ungeregelten Kreuzungen nur mit einer Geschwindigkeit von maximal 10 km/h annähern und diese nicht unmittelbar vor einem herannahenden Fahrzeug und für dessen Lenker überraschend befahren.
"Geschwindigkeitsmessungen des ÖAMTC an mehreren ungeregelten Radfahrerüberfahrten in Wien ergaben, dass sich über 89 Prozent der 338 beobachteten Radfahrer der Überfahrt zu schnell nähern und dabei eine Durchschnittsgeschwindigkeit von über 19 km/h vorlag. Zum Teil wurden auch Geschwindigkeiten von über 30 km/h gemessen", erklärt ÖAMTC-Techniker David Nosé.

Die Tempolimits bei Radfahrüberfahrten sind unbekannt

Ebenso wurden stichprobenartig Befragungen von 201 Radfahrenden durchgeführt, ob ihnen die entsprechenden Verkehrsregeln bekannt sind. "Ein Drittel der Radfahrer war nicht über diese Vorgaben informiert. Bei der Frage, wie schnell man sich ungeregelten Radfahrerüberfahrten nähern dürfe, kannte nur die Hälfte die Grenze von 10 km/h", erklärt der Experte.

Die Verkehrsregeln gelten für alle Verkehrsteilnehmer

Aus Sicht des Mobilitätsclubs ist es unabdingbar, sich an die geltenden Verkehrsregeln zu halten - das gilt sowohl für Radfahrer als auch für andere Verkehrsteilnehmer. "An Radfahrerüberfahrten sollte immer bedacht werden, dass man gesehen werden muss, um seinen Vorrang als Radfahrer geltend machen zu können. Daher sollte man sich langsam nähern und Blickkontakt zum Fahrzeuglenker suchen, denn je langsamer man fährt, desto eher kann man wahrgenommen werden", sagt Nosé und verweist auf die Unfallstatistik.
Zudem dürfen sich Autofahrer einer Radfahrerüberfahrt nur so schnell nähern, dass sie jederzeit davor stehen bleiben können und Radfahrern somit das unbehinderte und ungefährdete Überqueren ermöglichen.

Die Geschwindigkeit der Radfahrer steigt durch die E-Bike

Mit dem Trend zum E-Bike und dem wachsenden Bestand an E-Fahrrädern steigt auch die gefahrene Geschwindigkeit an. Zudem besteht der begründete Verdacht, dass viele der E-Fahrräder weit schneller fahren können bzw. stärker motorisiert sind, als das per Gesetz zulässig ist. Daher handelt es sich bei diesen nicht mehr um Fahrräder im rechtlichen Sinne. Dies verstärkt die Problematik, vor allem wenn Unwissen über die notwendigen Verkehrsregeln besteht.

Unfallstatistik 2017 - Fahrradunfälle

Gemäß der Unfallstatistik gab es im vergangenen Jahr österreichweit 7501 Fahrradunfälle, dabei verunglückten 7525 Personen, 32 von ihnen tödlich (Quelle: Statistik Austria). Seit 2013 ist die Zahl der Fahrradunfälle zudem um 18 Prozent angestiegen. Tirol war in der von der Statistik Austria ermittelten Bilanz 2017 am stärksten betroffen: Bei 1158 Unfällen mit Radfahrern wurden fünf getötet.In Niederösterreich gab es bei nahezu gleich vielen Unfällen (1154) sogar sechs Todesopfer. Die meisten getöteten Radfahrer verzeichnete Oberösterreich mit acht (1037 Unfälle). Kein einziger Radfahrer fand in Kärnten den Tod (nur 477 Unfälle). Geringste Unfallzahl: Burgenland (117). Salzburg: 825/4.

Quelle: SN

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