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Wenn Abgase zur Wissenschaft werden

Bis dato gibt es nicht weniger als neun Unter-Normen für Euro 6. Eine kleine Hilfestellung zum Abkürzungs-Chaos rund um aktuelle und zukünftige Abgasnormen.

Die neuen Abkürzungen für aktuellen und zukünftigen Abgasnormen. SN/pixabay/webandi
Die neuen Abkürzungen für aktuellen und zukünftigen Abgasnormen.

Die einfachste Information ganz zu Beginn: Die Abgasnorm "Euro 6" hat es so niemals gegeben. Den Anfang machte hingegen "Euro 6b", die ab 1. September 2014 für alle Typgenehmigungen neuer Pkw und exakt ein Jahr später für alle neu zugelassenen Pkw verpflichtend eingeführt wurde. Diese regelte erstmals Grenzwerte für Kohlenwasserstoffe (HC), Stickoxide (NOx), Kohlenstoffmonoxid (CO), Nichtmethankohlenwasserstoffe (NMHC), Feinstaub und Partikel. Mit der Einführung der Euro 6c (ab 1. 9. 2019) gelten schärfere Kriterien für die Abgasmessung: Anstatt im bisherigen NEFZ-Verfahren werden die Emissionen seither im WLTP-Verfahren ("Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure") getestet. Mit Euro 6d (seit 1. 9. 2019) kommt zudem das RDE-Verfahren ("Real Driving Emissions") zur Anwendung.

Der Unterschied zwischen Euro 6d und Euro 6d-TEMP ist der sogenannte Komformitätsfaktor - also der Umrechnungsfaktor der erlaubten Stickoxid-Emissionen. So gesteht Euro 6d-TEMP einem Dieselfahrzeug auf der Straße den 2,1-fachen Ausstoß an NOx im Vergleich zum Prüfstand zu. Wenn das Auto also im Labor die maximal erlaubten 80 Milligramm pro Kilometer ausstößt, sind das im Realbetrieb auf der Straße 168 Milligramm. Der Zusatz TEMP heißt nicht mehr, als dass es sich um eine temporäre Lösung handelt, die spätestens mit der finalen Einführung von Euro 6d am 1. 1. 2021 ausläuft. Diese Norm senkt den Umrechnungsfaktor auf 1,43: aus 80 Gramm auf dem Prüfstand werden dann "nur noch" 114,4 Milligramm NOx- Ausstoß pro Kilometer.

Darüber hinaus kursieren weitere Abkürzungen in Zusammenhang mit der aktuellen Abgasnorm. EVAP steht für "Evaporative Emission". Hier wird getestet, wie viele Kohlenwasserstoffe ein Auto im Zeitraum von 28 Stunden aus seinem Kraftstoffsystem ausdünstet. ISC steht für "In-Service-Conformity-Tests" und bedeutet, dass auch bereits im Verkehr befindliche Fahrzeuge nachweisen müssen, dass sie weiterhin den Abgasregularien entsprechen. FMC steht für "Fuel Comsumption Monitoring" - das heißt, dass ein Pkw künftig seinen realen Kraftstoff- und Energieverbrauch im gesamten Fahrbetrieb abspeichern muss.

Quelle: SN

Aufgerufen am 12.12.2019 um 05:53 auf https://motor.sn.at/news/wenn-abgase-zur-wissenschaft-werden-79551181

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