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Wildunfall: Was tun? Diese Tipps helfen um sich richtig zu verhalten!

Auch im Frühjahr ist die Gefahr von Wildunfällen hoch. Darum ist beim Autofahren äußerste Vorsicht geboten, denn die Wucht beim Zusammenprall mit Hirsch oder Reh wird oft unterschätzt. Doch wie soll man sich Verhalten und welche Folgen bringt ein Wildunfall mit sich?

Unfälle mit Wild müssen der Polizei (oder dem Jagdaufseher) gemeldet werden.  SN/öamtc
Unfälle mit Wild müssen der Polizei (oder dem Jagdaufseher) gemeldet werden.

Wildtiere sind im Frühjahr sehr aktiv, entsprechend steigt gerade die Gefahr von Wildunfällen. Zusammenstöße mit Rehen, Hirschen und Wildschweinen bergen auch für Autolenker Risiken. "Trifft man mit 50 km/h auf einen 20 Kilogramm schweren Rehbock, wirkt eine halbe Tonne auf Fahrzeug und Fahrer, bei 100 km/h beträgt die Aufprallwucht zwei Tonnen", erklärt Aloisia Gurtner vom ÖAMTC Salzburg.

Wie verhalte ich mich, wenn ich ein Wild entdecke?

1.Nicht ausweichen!
Die größte Gefahr droht Autofahrern jedoch durch riskante Ausweichmanöver. "Wenn man mit dem Auto in den Gegenverkehr prallt oder einen Baum am Straßenrand touchiert, sind die Folgen dramatischer als bei einem Zusammenstoß mit einem Wildtier", weiß die Expertin.

2. Bremsen!
Ist eine Kollision mit einem Wildtier unvermeidlich, sollte man stark bremsen und das Lenkrad gut festhalten. Wenn der Fahrer richtig reagiert, ist die Verletzungsgefahr bei einem Crash mit einem Wildtier für Autoinsassen relativ gering.

3. Geschwindigkeit reduzieren!
Entscheidend ist generell nicht nur der Blick nach vorn, sondern auch die Sicht seitlich neben das Fahrzeug. "Sieht man ein Wildtier, muss man die Geschwindigkeit reduzieren, das Fernlicht ausschalten und hupen. Hat das Tier die Fahrbahn überquert oder läuft davon, heißt es weiter vorsichtig sein, da Wildtiere oft in Gruppen unterwegs sind", erklärt Gurtner.

4. Warnschilder beachten!
Um Unfälle zu vermeiden, sollte man im Bereich von Wildwechsel-Warnschildern besonders aufmerksam fahren, den Abstand zum Vorderfahrzeug möglichst groß halten und bremsbereit sein.

Wer haftet bei einem Auffahrunfall ?

Laut Straßenverkehrsordnung (StVO) darf ein Fahrzeuglenker nicht plötzlich und für den Nachfolgeverkehr überraschend bremsen. "Wer also wegen eines Tiers bremst, riskiert bei einem Auffahrunfall unter Umständen ein Mitverschulden", erklärt ÖAMTC-Juristin Martina Schlegel-Lanz.

"Die Judikatur hat sich allerdings dahingehend entwickelt, dass bei einem Zusammenstoß mit einem großen und schweren Tier wie einem Wildschwein, Reh oder Hirsch die Gefahr einer Verletzung des Lenkers so groß ist, dass eine Vollbremsung gerechtfertigt ist", ergänzt sie.

Was ist nach einem Wildunfall zu tun?

Nach einem Unfall mit einem Wildtier ist Folgendes zu tun: Nach Möglichkeit an sicherer Stelle halten, Warnblinkanlage einschalten, Warnweste anziehen, Unfallstelle mit dem Pannendreieck absichern, eventuell verletzte Personen versorgen und Polizei (oder, wenn bekannt, den Jagdaufseher) verständigen, auch wenn das (verletzte) Tier weiterläuft. Die sogenannte Blaulichtsteuer fällt in der Regel nicht an. Verletzte Tiere soll man nicht berühren oder mitnehmen. Wer ein verletztes oder getötetes Wild mitnimmt, macht sich wegen Diebstahls strafbar.

Was übernimmt die Versicherung?

Bei Wildunfällen bekommt man den Schaden am eigenen Auto nur von der Kaskoversicherung ersetzt. Für diese braucht man jedoch eine polizeiliche Meldebestätigung des Unfalls. Einen Versicherungsschutz bis maximal 600 Euro bietet auch der Schutzbrief des ÖAMTC in Österreich und im Ausland (im entsprechenden Gültigkeitsbereich).

Statistik zu Wildunfällen in Österreich

2016 ereigneten sich auf Österreichs Straßen 261 Wildunfälle, bei denen auch Personen zu Schaden kamen. Es wurden 293 Menschen verletzt, eine Person wurde getötet. Die meisten Wildunfälle mit Verletzten passierten in Niederösterreich (83) vor Oberösterreich (45), der Steiermark (44), Kärnten (35), dem Burgenland (20), Tirol (19), Salzburg (9) und Vorarlberg (6). Hier nicht einberechnet sind Unfälle, die nur zu Sachschäden führten, da diese in der Unfallstatistik nicht erfasst sind. Mehr als die Hälfte aller Wildtierunfälle passieren bei Dunkelheit. In den vergangenen Jahren gab es in der Zeit von fünf bis sieben Uhr sowie von 20 bis 23 Uhr und in den Monaten April bi September besonders viele Unfälle.



Quelle: SN

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