Autotest

BMW iX3: Zurück in die Zukunft

Der Mix aus modernster Elektrotechnik und altbekanntem Design macht den BMW iX3 zu einem spannenden Zeitreisenden.

Kaum zu glauben, aber wahr: Der iX3 ist erst das zweite reine Elektroauto in der Geschichte von BMW. Als man 2013 den Karbon-Kleinwagen i3 auf den Markt brachte, lag man in Sachen Elektromobilität gefühlte Welten vor der Konkurrenz. Nach langen Jahren des Zauderns soll die Strom-Erfolgsgeschichte in den kommenden Monaten nun also weitergehen.

Auf den ersten Blick fällt dem im chinesischen Werk Shenyang gebauten iX3 die undankbare Aufgabe zu, die Wartezeit zu den weitaus spektakulärer designten Elektromodellen iX und i4 (ab Jahresende) zu überbrücken. Doch der Eindruck täuscht. Denn einerseits bleibt dem kompakten Elektro-SUV zumindest vorerst die unleidige Riesen-Niere der zukünftigen i-Modelle erspart. Und andererseits ist der iX3 ein tolles Beispiel dafür, dass man Bewährtes nicht zwangsläufig verschlimmbessern muss, nur weil man unter der Motorhaube einen Elektromotor verbaut. Konkret ist damit der wohltuende Verzicht auf den inflationären Einsatz von Touch-Bedienelementen gemeint. Denn der iX3 sieht nicht nur außen, sondern auch im Innenraum aus wie ein ganz normaler BMW - kein Wunder, schließlich gibt es den X3 ja auf Wunsch auch als Benziner, Diesel oder Plug-in-Hybrid. Aus technischer Sicht ist der iX3 alles andere als ein Übergangsmodell. Nicht nur, dass der 286 PS starke Stromer schon jetzt die eDrive-Technologie der fünften Generation verbaut hat. Auch die adaptive Rekuperation, die anhand der Fahrsituation selbstständig den optimalen Grad der Energierückgewinnung bestimmt, ist im Alltag ein echter Gamechanger.

Das Resultat ist ein beeindruckend geringer Verbrauch von rund 20 kWh auf 100 Kilometer - eine echte Ansage für ein ausgewachsenes SUV mit einem Leergewicht von 2,2 Tonnen.

Im Test BMW iX3

SUV, E-Motor mit 210 kW/286 PS, 1-Gang-Automatikgetriebe, Heckantrieb, Akku: 80 kWh (74 kWh netto), Reichweite: max. 460 km, Verbrauch 18,5-19,5 kW, Preis ab 66.950 Euro, Testfahrzeug: 74.684 Euro.

Was gefällt:
Die clevere Rekuperation und das klare Bekenntnis zu bewährten Bedienelementen.

Was weniger gefällt:
Die fehlende Allrad-Option.

Was überrascht:
Der vergleichsweise geringe Verbrauch.

Perfekt für:
Eher konservative Early-Adopter.

Aufgerufen am 14.05.2021 um 12:30 auf https://motor.sn.at/autotest/bmw-ix3-zurueck-in-die-zukunft-102518191

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