Autotest

Der Evoque hat den Glamour-Faktor

Noch schicker, noch hipper: Range Rovers Bestseller wurde rundum aufgewertet.

Angenommen, Sie müssten ein Auto bauen, in dem sich Lifestyle, Design und technisches Know-how unserer Zeit spiegeln sollen - es würde vermutlich genauso aussehen wie der neue Range Rover Evoque. Ein hipperes Auto ist derzeit kaum auf unseren Straßen zu sehen.

Vorgestellt im Jahr 2011, wurde der Evoque als Kleinster der Luxusmarke zum Blickfang auf den Straßen und revolutionierte nebenbei auch noch die Welt der Kompakt-SUVs. Die zweite Generation hat äußerlich ein Facelift erhalten, das Interieur wurde völlig überarbeitet und ist an den noch stylisheren Velar angelehnt. Insgesamt versprüht der neue Evoque damit noch mehr Glamour-Faktor als sein Vorgänger. Auch technisch ist der kleinste Range Rover auf dem neuesten Stand und wurde beispielsweise mit Hybridantrieben ausgerüstet.

Unverändert blieb jedoch der Charakter dieses nach wie vor in Großbritannien entwickelten, gestalteten und produzierten Autos: das unverwechselbare Karosseriedesign mit der Coupé-Silhouette. Verstärkt werden die Proportionen beim Evoque durch die großen Radkästen, in denen bis zu 21-Zoll-Reifen montiert werden können.

Damit wären wir auch schon bei
den Fahreigenschaften. Hält der neue Evoque das, was er beim Anblick suggeriert? Wir testeten das Modell P250 mit dem 249-PS-Turbobenziner. Der markentypischen Offroad-Kompetenz entsprechend trägt auch der Evoque stets Allradantrieb, Berganfahr- und
-abfahrhilfe sowie unterschiedliche Geländefahrmodi an Bord.

Aber auch auf der Straße hinterlässt der neue Range Rover einen sehr guten Eindruck. Einen übertriebenen Sportsgeist kann man dem SUV nicht unterstellen, aber darauf war man bei Jaguar Land Rover trotz des sportlich-schicken Looks auch nicht aus. Stattdessen darf man sich im Evoque an einem komfortabel abgestimmten Fahrwerk erfreuen. Das lädt zum Cruisen ein. Der Spritverbrauch bei unserem Test pendelte sich dennoch bei knapp über zehn Litern ein (10,2). Wer es gern etwas flotter mag, darf locker elf, zwölf Liter pro 100 Kilometer einrechnen. Wir trauten unseren Augen kaum.

Ein Hingucker im doppelten Sinn ist hingegen der Innenrückspiegel: Der kann sich nämlich in ein hochauflösendes Display verwandeln, das die Bilder einer am Heck installierten Kamera live überträgt. Ein echt smartes Feature, das aufgrund des schmalen Fensters in der Heckklappe sehr hilfreich sein kann, während der Fahrt aber wie ein Handydisplay wirkt - und damit den Fahrer ablenken könnte.

Unser Fazit: Wer mehr Wert auf Lifestyle als auf Platzangebot, sportliches Design statt Sportlichkeit legt und in diesem wunderschönen Auto gern die Blicke der Passanten auf sich zieht, der liegt mit dem neuen Evoque goldrichtig. Der Einstiegspreis (Diesel mit Frontantrieb, Schaltgetriebe und 150 PS) beträgt 40.800 Euro.

Im Test: Mercedes-AMG S 63 4Matic+ Coupé

Test Mercedes-AMG S 63 4Matic+ Coupé
Motor/Fahrwerk Achtzylinder-Biturbomotor, 3982 ccm, 450 kW/612 PS, 900 Nm Drehmoment bei 2750-4500 U/min., Neungang-Automatikgetriebe.
Ausstattungshighlights Adaptives Bremslicht, Aktiver Spurwechsel-Assistent, erw. autom. Wiederanfahren im Stau, Streckenbas. Geschwindigkeitsanpassung, AMG-Performance-Lenkrad, Nappa-Leder-Ausstattung, Keyless-Go-Paket, Air-Balance-Paket, Park-Paket mit 360-Grad-Kamera, Head-up-Display, adaptiver Fernlicht-Assistent, Burmester-Surround-Soundsystem.
Maße/Gewichte L/B/H 5051/1913/1428 mm, Radstand 2945 mm, 2080 kg, zulässig 2545 kg, Kofferraum 400 l, Tankinhalt 80 l.
Fahren/Verbrauch Spitze 250 km/h, von 0 auf 100 km/h in 3,5 Sek., Verbrauch 11,2 l/100 km (komb.), CO2 254 g/km (Euro 6d-TEMP), im Test: rund 13 l.
Preis ab 230.850 Euro, Testauto 245.961,23 Euro.

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