Autotest

Ein flotter 3er, der doch erstaunt

Mazda ist im Design und in der Technik seit einiger Zeit sehr gut aufgestellt. Der neue Kompakte ist da keine Ausnahme - und bietet dazu einige Vorzüge.

Es begann vor nunmehr schon wieder sieben Jahren mit Skyactiv-Technik und Kodo-Design. Da hatten die Japaner und ihre Europazentrale offenbar ein sehr gutes Gespür, denn seither legt Mazda überall zu (in Österreich z. B. im Mai auf einen Rekord). Der seit dem Frühjahr verfügbare Mazda3 der vierten Generation, also der Vertreter in der hart umkämpften "Golf-Klasse" (Kompaktsegment), wird seinen Teil zum weiteren Erfolgskurs beitragen. Wir können nach längerer Teststrecke erklären, warum.

Auch wenn der Preis unseres Testwagens in der gehobeneren von nur zwei Ausstattungen plus einiger Pakete und dem markentypischen Metallic-Rot
30.000 Euro betrug, muss man sich das Ausstattungsangebot genau ansehen.

Und da ist eigentlich vieles drin, was anderswo lange Optionslisten füllt. Der 3er ist schon in der Comfort-Linie (Basis) mit Alufelgen (16 Zoll), LED-Lichtpaket, Digitalcockpit, Head-up-Display, City-Notbremsassistent, Einparkhilfe hinten, Spurwechsel- und Spurhalteassistent, Fahrdynamikregelung (G-Vectoring) sowie Navigation und Infotainment samt Farbdisplay fast komplett. Das "+" der zweiten Linie bringt 18-Zöller, Sitz- und Lenkradheizung, Rückfahrkamera und Einparkhilfe vorn dazu - für knapp 2000 Euro mehr.

Da lässt sich gleich einmal eine Empfehlung anbringen: Die Rückfahrkamera ist fast unerlässlich. Denn das coupéhafte Design des Fünftürers lässt hinten und vor allem seitlich hinten nur eingeschränkte Sicht zu - was mit der Kamerahilfe sehr gut bereinigt wird.

Für die gehobenere Linie gibt es die Pakete Sound, Style, Premium und Tech, wobei Letzteres mit 360-Grad-Monitor, Querverkehrswarner und Ausparkhilfe mit automatischer Bremsung sehr nützlich ist, während die zwölf Bose-Lautsprecher im Sound-Paket Geschmackssache sind.

Apropos Helfer. Ein automatisch öffnender Schranken ist ein guter Test für die Notbremsfunktion: Und wenn Sie überrascht in Ihrem Gurt hängen, wissen Sie, dass sie funktioniert! Fast immer Verlass war auch auf die Verkehrszeichenerkennung (auch im Head-up-Display sichtbar), die fallweise sogar zwei verschiedene Tempolimits registrierte.

Mit Ledersitzen und Leder im Cockpit wirkt der 3er überaus elegant und höherwertig. Der Komfort ist auch im Fond akzeptabel. Der 3er überzeugt durch gutes Handling und ausgezeichnete Traktion - überraschend war aber die Durchzugskraft des 122-PS-Benziners, die für
213 Newtonmeter überaus agil ist. Und dass ein Zweiliter-Benziner mit 122 PS im Schnitt nur 6,7 Liter verbrauchte, ist auch dem mäßigen Gewicht (1349 Kilogramm) und der Technik geschuldet, denn i-Stop (so heißt das Start-Stopp-System) und ein Mild-Hybrid-System - das gespeicherte Bremsenergie beim Beschleunigen zuschießt - erhöhen die Effizienz. Dazu kommt noch eine Zylinderabschaltung beim Gleiten.

Ein Manko war das in manchen Punkten schwierige Infotainment: Zum Deaktivieren des Autozooms in der Kartenansicht brauchte es fachfrauliche Unterstützung, um durch diverse Menüs dorthin zu gelangen. Dafür klappte die Bluetooth-Koppelung des Mobiltelefons noch nie so schnell wie im - eben flotten - 3er.

Aufgerufen am 17.09.2019 um 09:18 auf https://motor.sn.at/autotest/ein-flotter-3er-der-doch-erstaunt-72649567

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