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Hyundai Kona Hybrid - Wenn Hybrid Spaß macht

Eine Zwischenlösung für alle, denen vollelektrisch noch zu riskant ist. Hyundais Kona Hybrid ist ein Vernunftangebot.

Sie haben einiges richtig gemacht in jüngster Zeit, diese Koreaner. Sowohl Hyundai als auch die Konzernschwester Kia schafften nicht nur eine umfassende attraktive Modellpalette mit Design auf sehr hohem Niveau, sondern auch alternative Angebote, die auch nachgefragt wurden. Hyundai traute sich sogar, ein neues Modell (Ioniq) in den Varianten Hybrid, Plug-in und Elektro (BEV) auf den Markt zu bringen. Neben dem Ioniq ist der kleine Crossover Kona derzeit das einzige Modell, das es als Verbrenner (Benzin und Diesel), Hybrid und E-Auto gibt.

Beim Test der Hybridvariante fiel sofort auf: Sie könnte der erste Schritt zum Wagnis Elektrifizierung sein. Zwar werden in der Realität auch die Werksangaben im Verbrauch mit knapp über vier Litern nicht erreicht, doch 6,0 Liter Schnitt für den Benziner mit kleinem E-Motor sind bei wenig Anteil an Stadtverkehr akzeptabel. Auffällig war, dass bei sanftem Streicheln des Gaspedals durchaus zwei bis drei Kilometer im E-Modus möglich sind, wobei die Batterieanzeige dank oftmaliger Rekuperation nie unter 25 Prozent sank. Klar, für Beschleunigungstests oder Autobahn-Glühen ist der Kona Hybrid nicht vorgesehen. Ein etwas sportliches Auftreten ist dennoch möglich: Mit dem Sechsgang-DSG fährt man im Eco-Modus, bei manuellem Schalten über die Wippen kommt man sofort in den Sportmodus, der mehr Power freigibt. Wer es genau wissen will, blickt auf die Energieflussanzeige im Mitteldisplay (aber bitte nicht ablenken lassen).

Gefallen haben die gute Geräuschdämmung und damit das leise Fahrverhalten des Hybriden, der nur laut wird, wenn der Totwinkelassistent aufschreit. Dazu sind mit adaptivem Tempomaten, Spurhalter, Notbrems- und Parkassistent samt gestochen scharfem Bild der Rückfahrkamera alle wichtigen Helferlein an Bord (beim obersten Ausstattungslevel 6). Diese Version hat auch noch Sitzheizung bzw. -kühlung vorn, Lenkradheizung und ein Schiebedach zu bieten, die Vordersitze sind elektrisch verstellbar. Handling und Traktion geben keinen Anlass zu Kritik.

Womit sich der Preisvergleich aufdrängt: Der Kona-Benziner-Einstieg beginnt bei 17.000 Euro (Ausstattung Level 2), der Hybride bei 28.000 (Level 3) und reicht bis zum getesteten Level 6 mit knapp 36.000 Euro. Wie viel die Treibstoffersparnis beim Hybriden im Vergleich zum Verbrenner ausmacht, entscheiden die individuelle Fahrweise und die Fahrkilometer - und die muss sich jeder Konsument selbst ausrechnen.

Im Test: Hyundai Kona Hybrid Level 6

Test Hyundai Kona Hybrid Level 6
Motor/Fahrwerk: Vierzylinder-Benziner 1580 ccm, 77 kW/105 PS bei 5700 U/min, 147 Nm bei 4000 U/min; E-Motor mit 32 kW/43 PS und 170 Nm, Systemleistung 104 kW/140 PS mit 240 Nm. Frontantrieb, Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe.
Maße/Gewichte L/B/H 4165/2070/1565 mm, Radstand 2600 mm, 1453 kg, zul. 1880. Kofferr. 361-1143 l, Tank 38 l.
Fahren/Verbrauch Spitze 160 km/h, Beschleunigung auf 100 km/h 11,6 Sek., Verbrauch 4,0/4,5/4,3 l/100 km (Euro 6d-Temp-Evap), 99 g CO2; im Test: 6,0l.
Preis Level 6: 35.790 Euro; Testwagen (Aufpreis Farbe Pulse Red) 36.340; Einstieg Hybrid: 27.990 Euro.

Aufgerufen am 25.02.2020 um 02:19 auf https://motor.sn.at/autotest/hyundai-kona-hybrid-wenn-hybrid-spass-macht-80747941

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