Autotest

Hyundai Tucson - ein Brocken, kein Kostverächter

Als Allradler kann der Hyundai Tucson überzeugen. Ein genügsames SUV ist der wuchtige Allradler aus Korea aber ist er nicht - im SN-Test langte er nämlich mehr als nur tüchtig zu.

Sind Sie mit der Zahl 106.627 vertraut? Ja? Dann sind Sie wahrscheinlich Profistatistiker mit einem eidetischen Gedächtnis. Wir Normalsterbliche müssen uns in Datenbanken wühlen, ehe wir herausfinden, dass 106.627 die Zahl jener SUV/Geländefahrzeuge darstellt, die in Österreich 2018 neu zum Verkehr zugelassen wurden.

Jeder dritte Neuwagen ist also gemeint und der koreanische Autoriese Hyundai mischt da seit Jahren munter mit. Der meistverkaufte Hyundai im SUV-Segment ist der Tucson. Die dritte Generation rollt seit dem Vorjahr in einer überarbeiteten Version über die Straßen, und was soll man sagen: Tucson, we have a problem!

Das betrifft nun nicht den Tucson in puncto üppiger Ausstattung oder Allradperformance des HTRAC-Systems. Blitzschnell verteilen elektronische Helferlein Antriebskräfte an jene Räder, die gerade besonders benötigt werden - und halten das Korea-Bröckerl (1811 Kilogramm) stets auf Kurs.

Das Problem betrifft den Durst unseres Testwagens. Umständehalber war unser Probezyklus von sehr vielen Kurzstrecken geprägt, was jedoch einem in Österreich üblichen Fahrbetrieb entspricht. Denn die tägliche Fahrtstrecke eines hierzulande bewegten Pkw beträgt ohnehin nur etwas mehr als 30 Kilometer im Schnitt.

In unserer zweiwöchigen Testbekanntschaft kamen wir folglich auf 396 Kilometer. In den vollgetankt übernommenen Tucson füllten wir vor der Rückgabe 44,82 Liter Diesel nach. Das macht 11,3 Liter pro 100 Kilometer und das ist dann halt auch nicht gerade wenig.

Dabei hat uns Hyundai diesen 185-PS-Diesel optimistisch angepriesen: Denn eine Speicherbatterie unter dem Gepäckraumboden (0,44 kWh) "unterstützt den Verbrennungsmotor bei jedem Beschleunigungsvorgang mit bis zu 12 kW Leistung. So reduzieren sich Kraftstoffverbrauch und Abgasemissionen um bis zu sieben Prozent" (Pressetext).

Die strenge Abgasnorm Euro 6d-Temp will der Tucson damit doch erreichen. Mit einem 11-Liter-Verbrauch? Als Öko-Sparefroh muss er sich erst noch beweisen.

Technische Daten:

Tucson Level 6 2,0 CRDi 4WD

Motor/Fahrwerk Vierzylinder-Commonrail-Diesel, 1995 ccm, 136 kW/185 PS bei 4000 U/min, 400 Nm bei 1750-2750 U/min, 8-Gang-Automatik, Allrad.
Ausstattungshighlights Einparkhilfe v. und h., Panoramaglas-/Hubschiebedach, Privacy-Glas, adapt. Tempomat, Fahrer- und Beifahrersitz elekt. belüftet, Navi mit 8-Zoll-Farbdisp., Sitzheizung v. (3 Stufen), auton. Notbremsassist. inkl. Fußgängererkennung u. a.
Maße/Gewichte L/B/H 4480/1850/1650 mm, Radstand 2670 mm, Laderaum 515-1503 Liter, 1811 kg, zulässig 2250. Tank: 62 l.
Fahren/Verbrauch Spitze 201 km/h, 0 bis 100 km/h 9,5 Sek., Verbrauch kombiniert laut Werk: 5,8 , Liter (153 g CO2), im Test 11,3 l.
Preis Einstieg: 22.990 Euro, Testauto: 49.140.

Aufgerufen am 22.05.2019 um 03:41 auf https://motor.sn.at/autotest/hyundai-tucson-ein-brocken-kein-kostveraechter-65868874

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