Autotest

Kia Ceed GT - Der rote Rabauke

Die GT-Version des Kia Ceed im Test. Ein fescher Kompakter, akustisch auf Krawall gebürstet.

Optisch und akustisch fällt der Ceed GT durchaus auf. SN/mrazek
Optisch und akustisch fällt der Ceed GT durchaus auf.

Mit der Vereinheitlichung der Schreibweise des Ceed (und dem damit einhergehenden Verschwinden der unsäglichen Akzentzeichen) scheint in die ehemals etwas unübersichtliche Modellhierarchie der Ceed-Varianten etwas Ruhe eingekehrt zu sein. Deren unangefochtene Spitze bildet der GT, der mit seinem 1,6-Liter-Turbobenziner und 204 PS so etwas wie das konzerninterne Pendant zum äußerst sportlich positionierten Konzernbruder Hyundai i30 N bildet. Zugegeben: Den Ceed GT mit den 250 (oder wahlweise sogar 275 PS) des Hyundai zu vergleichen ist nicht ganz fair. Und doch drängt es sich auf, schließlich positionieren sich beide Koreaner als schmucke und vor allem preislich attraktive Alternative zu europäischen Premium-Kompakten.

Abgesehen vom unübersehbaren Rot des Testfahrzeugs ist der Ceed GT vor allem an den größeren Lufteinlässen im Stoßfänger, roten Akzentlinien unter dem Kühlergrill und an den seitlichen Schwellerleisten als Topmodell erkennbar. Von hinten fallen der zumindest optisch angedeutete Diffuser sowie die beiden ovalen Endrohre auf. 225er-Gummis auf 18-Zoll-Felgen sorgen für eine satte Straßenlage. Wenngleich das Segment der "Hot Hatchbacks", wie die Engländer zu sagen pflegen, zuletzt seitens der immer potenteren und nicht selten auch teilelektrisierten Kompakt-SUVs arg in Bedrängnis gekommen ist, wirkt der Ceed GT keinesfalls unmodern. Fünf Türen, fünf Sitze, bis zu 1291 Liter Kofferraumvolumen sowie ein WLTP-Normverbrauch von 7,4 Litern machen den Koreaner beispielsweise auch für ambitionierte Familienväter verträglich. Eine echte Ansage ist hingegen der äußerst drehfreudige 1600er-Benziner, der vor allem in Kombination mit dem manuellen Getriebe Lust darauf macht, die ein- oder andere Wegstrecke sportlicher anzugehen, als man es sich eigentlich vorgenommen hat. Schlechtes Gewissen ist deshalb nur teilweise angesagt, schließlich stieg der Testverbrauch nur geringfügig auf 8,6 Liter an.

Im Test: Kia Ceed GT

Kompaktlimousine mit Vierzylinder-Turbobenziner, Frontantrieb, 6-Gang-Getriebe, 150 kW/204 PS, Verbrauch 7,4 l, CO2: 169 g/km, im Test 8,6 l, Preis ab 17.790 Euro (Titan), Testauto 38.590 Euro.

Was gefällt:
Der drehfreudige Benziner in Kombination mit dem manuellen Sechsganggetriebe.

Was weniger gefällt:
Kleine Verarbeitungsmängel im Innenraum, die das ansonsten hochwertige Flair stören.

Was überrascht:
Wie oft der GT auf der Straße erkannt wird.

Perfekt für:
Selbstbewusste Fahrer, die keine Scheu vor sich umdrehenden Passanten haben.

Quelle: SN

Aufgerufen am 27.11.2020 um 09:17 auf https://motor.sn.at/autotest/kia-ceed-gt-der-rote-rabauke-95845492

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