Autotest

Mercedes-Benz GLE 350 d 4Matic: Opulenter Luxus

Ein Sommer wie damals im Mercedes-Benz GLE 350 d 4Matic. Wie der Mercedes im SN-Autotest abgeschnitten hat, erfahren Sie hier.

Der Mercedes-Benz GLE 350 d 4Matic überzeugt optisch mit einem Hauch von Understatement.  SN/mrazek
Der Mercedes-Benz GLE 350 d 4Matic überzeugt optisch mit einem Hauch von Understatement.

Florian T. Mrazek

Auch wenn es der Titel womöglich impliziert: Das große SUV von Mercedes steht natürlich voll im Saft. Was vor allem daran liegt, dass es den Stuttgarter Lackl alternativ auch als spannenden Plug-in-Hybriden mit einem hervorragenden Diesel-Vierzylinder gibt. Der Fahrbericht über diese Ansteckvariante ist bereits vor einigen Monaten an dieser Stelle erschienen und eignet sich noch heute trefflich als Diskussionsgrundlage für automobile Weltanschauungen (Stichwort Dieselhybrid).

Hoher Verbrauch durch Sechszylinder-Diesel

Woran man auch erkennt, wie sehr sich die Zeiten geändert haben. Noch vor wenigen Jahren wäre der nun im Fokus stehende Sechszylinder-Selbstzünder noch der unangefochtene Star gewesen, der Hybrid hingegen höchstens eine Randnotiz.

Wie dem auch sei, fest steht, dass das Konzept des Sechszylinder-Diesels wohl keine allzu lange Zukunft mehr vergönnt sein wird, was auch daran liegt, dass der Verbrauch selbst bei behutsamer Verwendung schnell in den zweistelligen Bereich rutscht. 2,2 Tonnen werden eben auch mit 272 PS und 600 Newtonmetern Drehmoment nicht unbedingt leichter.

Mercedes-Benz: Ein optischer Hingucker

Wobei fairerweise gesagt werden muss, dass dieses Riesentrumm von einem Auto unter den ganzen SUVs mit Hybrid- und Elektroantrieb zumindest optisch kaum unangenehm auffällt. Im Gegenteil: Trotz seiner schieren Größe behält der GLE sogar einen Hauch Understatement - zumindest solang das Chrom nicht allzu sehr in der Sommersonne funkelt. Positiv sei vermerkt, dass die Stuttgarter bei der Abgasreinigung ganz tief in die Trickkiste gegriffen haben. Ausgezeichnet mit dem EU-Prädikat 6d-ISC-FCM könnte der GLE trotz seiner Opulenz sogar zu jenen Dieselfahrzeugen zählen, bei denen die Luft hinten beim Auspuff sauberer wieder herauskommt, als sie vorn vom Kühler eingesaugt wurde.

Vorteile der AMG-Variante

Und falls das an Argumenten noch nicht ausreicht, könnte man notfalls immer noch mit dem Finger auf die ebenfalls noch verfügbare AMG-Variante GLE 53 zeigen. Diese wird von einem Reihen-Sechszylinder mit 435 PS angetrieben. Abseits des Motors bleiben vom GLE vor allem das hervorragende Luftfahrwerk, die butterweich schaltende Neungangautomatik sowie die Innenraumverarbeitung von der Qualität einer Businesslounge in Erinnerung.

Mercedes GLE 350 d 4Matic

SUV mit Sechszylinder-Diesel, 272 PS, Automatik, Allrad,Testverbrauch
11,2 Liter, Preis: 111.730,36 Euro.

Was gefällt:
Kraft in allen Lebenslagen.

Was weniger gefällt:
Das schlechte Gewissen, wenn man diese Kraft auch tatsächlich abruft.

Was überrascht:
Dass der GLE im heutigen Straßenbild nicht einmal allzu groß rüberkommt.

Perfekt für:
Alle, die ihren Enkeln einen fein konstruierten Diesel aufbewahren wollen.

Aufgerufen am 02.08.2021 um 07:27 auf https://motor.sn.at/autotest/mercedes-benz-gle-350-d-4matic-opulenter-luxus-105987856

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