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Unterwegs mit dem Pannendienst des ARBÖ Salzburg

Der Pannendienst des ARBÖ Salzburg hat besonders in den kalten Wintermonaten einiges zu tun. Die SN durfte Roland Oswald einen Tag lang begleiten.

ARBÖ-Pannenhelfer Roland Oswald hilft immer, unabhängig von Uhrzeit und Witterung. SN/mrazek
ARBÖ-Pannenhelfer Roland Oswald hilft immer, unabhängig von Uhrzeit und Witterung.

Zischend bläst der Kompressor den gefrorenen Schnee aus dem Reifenprofil. Mehrmals dreht Roland Oswald prüfend den linken Vorderreifen des VW Polo herum. Ein Nagel oder einen anderen Fremdkörper im Gummi kann er nicht entdecken. Auch das Ventil hält dicht. "Ich hab den Reifen wieder aufgepumpt, bis zur Werkstatt kommst du damit auf jeden Fall. Dort muss der Reifen aber ins Wasserbad, damit man die Stelle findet, an der die Luft austritt", erklärt er der frierenden Dame, die in Wintermantel und Schal gehüllt in der Einfahrt ihres Hauses in Fürstenbrunn steht. Zuvor hatte sie den ARBÖ-Pannennotruf 123 gewählt.

Bei starkem Schneefall und minus drei Grad Celsius wuchtet der ARBÖ-Pannenhelfer den massiven Wagenheber wieder auf die Ladefläche seines Abschleppfahrzeugs. Es ist 8.45 Uhr.
"Heute ist es extrem ruhig, an sehr kalten Tagen habe ich um diese Uhrzeit locker schon zwei, drei Einsätze hinter mir", erklärt der 37-jährige gelernte Kfz-Techniker. Aber an diesem Jännertag ist es verhältnismäßig mild, sieht man einmal vom schattigen Fürstenbrunn ab. "Hier am Fuß des Untersbergs ist es immer ein paar Grad kälter als in der Stadt. Und dunkler."

Dementsprechend froh ist Roland Oswald, als er wieder im geheizten Führerhaus seines Iveco-Einsatzfahrzeugs sitzt. Seit mittlerweile 18 Jahren ist er nun schon als Pannen- und Abschleppfahrer für den ARBÖ Salzburg unterwegs. In dieser Zeit hat er viel erlebt und viel gelernt, die meisten Erinnerungen sind positiv. "Wenn man ein im
Auto eingesperrtes Kleinkind befreit oder das Fahrzeug trotz eines verlorenen Schlüssels öffnen kann, dann ist die Dankbarkeit der Leute schon sehr groß. Ich mag meinen Job, auch wenn es oft nur die obligatorische entladene Batterie ist." Umso erstaunlicher, dass es immer schwieriger wird, qualifizierte Mitarbeiter für die Pannenhilfe zu finden. Insgesamt 40 Kollegen umfasst das Team der mobilen Techniker im Bundesland Salzburg aktuell, gearbeitet wird in Zwölf-Stunden-Schichten. Seit sieben Uhr ist Roland heute schon im Dienst, als wir kurz nach neun Uhr zurück in Richtung Prüfzentrum in der Münchner Bundesstraße fahren. Von Salzburg-Süd bis Thalgau und von Oberndorf bis Koppl erstreckt sich sein Einsatzgebiet. Darüber hinaus übernehmen die Kollegen der anderen sechs Prüfzentren im Land.

Das Du-Wort ist für Roland ganz normal, auch die Kunden spricht er ohne Umschweife so an. Zu stören scheint das niemanden, zu groß ist die Erleichterung, dass das eigene Auto schnell wieder funktioniert. Über 10.800 Einsätze zählte der ARBÖ im Vorjahr allein in Salzburg - rund je ein Drittel entfallen dabei auf einfache Starthilfe, Reifenreparaturen und Probleme mit der Elektronik. Bei strengem Frost steigen die Probleme mit kaputten Batterien und gefrorenem Sprit überdimensional stark an.
"In den allermeisten Fällen finden wir direkt vor Ort gleich eine Lösung, ansonsten wird in die nächste Werkstatt geschleppt", berichtet Roland Oswald. Kurz vor Salzburg-Mitte läutet das Handy erneut: Starthilfe bei einem Ford Galaxy im Kreuzbrücklweg. Roland gibt Gas.

Quelle: SN

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